Albert Adrià gibt ein 50-Tage-Gastspiel in London



Umtriebiger Bruder Ferran Adriàs und vormals bester Patissier der Welt: Albert Adriá zieht für 50 Tage nach London.



El-Bulli-Küche im Hotel Royal


Die Adrià-Brüder haben sich von bloßen Spitzenköchen wie viele Spitzenköche längst zu Unternehmern gemausert. Hier ein Tapasrestaurant, dort ein Restaurant. Das El-Bulli-Projekt weltweit. Nun der letzte Zug: Eine Art Pop-Up im ehrwürdigen Londoner Hotel Café Royal. Albert Adriá zieht mit Sack und Pack nach London. Dort darf man sich dann auf explodierende Oliven und andere lustige Gänge freuen. Relikte aus der Molekularküche, der sogenannten, als deren Erfinder Bruder Ferran Kochgeschichte geschrieben hat. Das Essen im Royal sei übrigens längst ausgebucht, hört man.


Adrià ist in der kulinarischen Welt eine bekannte Größe: 23 Jahre lang arbeitete er in der Küche des legendären El Bulli in Spanien.


Die Adrià-Brüder betreiben etliche Restaurants in Barcelona, darunter auch die mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Tapas-Bar Tickets, in der Albert Adrià molekular inspirierte Mini-Airbags mit Manchego-Käseschaum oder Basilikumluftwaffeln und eine Weltreise mit 14 Austern-Varianten kredenzt. Seit 2015 ist auch dieses Adrià-Unternehmen auf der Liste der weltbesten 50 Restaurants zu finden - als Neuzugang auf Platz 42, für die großartigen Tapas. Albert Adrià wurde außerdem zum besten Patissier der Welt gekürt. Soviel dazu.


Albert Adrià übernimmt für 50 Tage das Restaurant im Londoner Café Royal Hotel. Der Titel lakonisch: "50 days by Albert Adrià". Es wird vom 12. Februar bis zum 9. April von Mintag bis Samstag Gäste empfangen. Der Abend beginnt in der Bar des Hotels mit einem Cocktail und einem "signature snack", dann geht es zum Rest des Menüs in das Domino Restaurant des Hauses.


Ein solches Gastspiel ist an der Londoner Hotel-Institution in der Regent Street übrigens nicht neu. Vor Adrià waren bereits die spanischen Starköche Paco Roncero und Aurelio Morales sowie die Costardi-Brüder aus Italien Residenz-Küchenchefs im Café Royal. 



Text: Alexander Rabl