Am 47. Breitengrad entsteht etwas


Gut kochen ohne Folklore: Die Herren Fuchs, Riederer, Irka, zweimal Thaller und Liepert machen gemeinsame Sache in Angelegenheiten der Positionierung und Vermarktung.


Sechs südsteirische Köche entdecken das Erfolgsrezept der Kooperation


Gemeinsam geht vieles leichter und erfolgsversprechender. Das hat der Mensch seit den Zeiten der Zusammenrottung in den ersten Siedlungen gelernt. Auch in der österreichischen Gastronomie ist die Zeit des Jeder gegen Jeden lange vorbei. Und die neueste Formation des gedeihlichen Miteinanders ist gerade in der Südsteiermark zu verzeichnen.


Dort haben sich Spitzenköche zu einer Vereinigung zusammengeschlossen, die der etwas spröden Bezeichnung „47°“ (nach dem Breitengrad der Lage) die saftige Ergänzung „Raw Styrian Cuisine“ folgen lässt.


Der Zusammenschluss von sechs Küchenchefs, darunter auch drei 3-Hauben-Köche, dient zur gegenseitigen Inspiration, so wie zur Selbstdarstellung nach innen und außen. Natürlich teilt man auch gemeinsame Quellen und Lieferantenadressen, wobei darauf geachtet wird, dass es nicht alles bei allen zur gleichen Zeit gibt. Gleichförmigkeit am Teller ist das Killerargument gegen anspruchsvolle Küche.


„Regionalität ist auch wichtig, aber nur eine Facette der gemeinsamen Aktivität“, sagt Tom Riederer, Vizepräsident. Präsident der Gemeinschaft ist Gerhard Fuchs, dazu gehören außerdem Harald Irka, Norbert Thaller, Manuel Liepert und Luis Thaller. Zu den gemeinsamen Vorhaben zählen gemeinsame, das Profil der südsteirischen Küche schärfende Auftritte, persönlich wie auch in Form von allerlei Aktivitäten der Vermarktung.  Und Tom Riederer weiter: „Toll ist ja schon alleine, dass so unterschiedliche Persönlichkeiten zusammengefunden haben.“


In der Südsteiermark tut sich viel, das beweist nicht nur die Lektüre des in Kürze erscheinenden Gault&Millau Guide 2017. Dichter aneinander gereiht findet man Spitzenbetriebe höchstens an der Côte d’Azur oder im Baskenland.


www.rarestyriancuisine.at



Text: Alexander Rabl