Benoît Violier ist tot







Gerade noch von der französischen „La Liste“ der Weltbesten auf Platz 1 der beste Restaurants der Welt gewählt, vom Schweizer Gault Millau mit der Höchstnote und vier Hauben bedacht, Gault Millau „Koch des Jahres 2013“ – Benoît Violier ist gestorben. Den Zeitungsmeldungen der Schweiz zu entnehmen hat er sich im Alter von 44 Jahren das Leben genommen.


Violier hatte schon beim „Koch des Jahrhunderts“ (ebenfalls Gault Millau), Fredy Girardet in der Küche in Crissier zu arbeiten begonnen. Damals, 21-jährig, hatte er bereits bei Joel Robuchon „Koch des Jahrhunderts“ (Gault Millau) und bei Alain Chapel in Myonnay bei Lyon Erfahrungen gesammelt.


Unter Philippe Rochat, dem Nachfolger von Fredy Girardet, war Violier Küchenchef. Als Rochat (im Vorjahr ebenfalls tragisch bei einem Radunfall verstorben) dann das Küchenzepter im Hotel de Ville in Crissier an seinen Küchenchef weitergab, übernahmen Benoît und Brigitte Violier das Restaurant und führten es mit einigen behutsamen Neuerungen, was Interieur und Küche betrifft, weiter. Die Kritiken waren von Anfang an hymnisch.


Violier galt als Vertreter der klassisch modernen Schule, ein ungemein vielseitiger Koch, dem in Sachen Saucen und Produkt nur wenige Kollegen in Europa etwas vormachen konnten. Schnörkel und Moden waren seine Sache nicht. Das Hotel de Ville war Tag für Tag und Abend für Abend ausgebucht. Was aus dem Haus jetzt wohl werden wird? Die Familie Violier (Benoît hinterlässt auch einen Sohn im Alter von 12)  hat zur Zeit andere Sorgen. 


Text: Alexander Rabl