Biodynamie, Amphore und Orange


Sieht gut aus und schmeckt: Orange Wine ist Weißwein mit langer Maischestandzeit















Drei Minuten Lesestoff zum Thema Naturweine, Biodynamik und Amphore

 

Dass der konventionelle Weinbau immer mehr Konkurrenz durch Bio, Biodynamik oder so genannten  Vin Naturels (Naturweine) bekommt, merkt man beim Studieren heimischer Weinkarten oder beim Vinothekseinkauf. Gerade Österreich hat sich beim Thema besonders hervorgetan. Das Thema füllt inzwischen ganze Bücher. Hier eine kurze Begriffsklärung. Was ist was?

 


Bio

 

Bio bedeutet Verzicht auf chemische Zusätze bei der Arbeit im Weingarten. Keine Pestizide sind besser für die Böden. Stattdessen Pflanzenschutz mit nicht-chemischen Mitteln. Man schmeckt Bio nicht, aber es tut gut zu wissen, dass mit der Natur nachhaltig und respektvoll umgegangen wird.

 


Biodynamik

 

Das gesamte Bild der Natur rund um den Weingarten wird beim Weinmachen in Betracht gezogen. Der Stand der Sterne, des Mondes, der Sonne werden bei der Arbeit im Weingarten berücksichtigt. Gesunde Böden und gesündere Pflanzen verleihen den Weinen Energie. Oft paart sich Biodynamik mit Verzicht auf reinsortige Hefen und Schwefel. Das bringt wenig gekannte Aromen und spannende Weine. Viele Spitzenweingüter im französischen Burgund arbeiten schon lange mit biodynamischen Methoden. Österreichs einziger 100-Punkte-Wein (nach Robert Parker) kommt vom biodynamisch bewirtschafteten Weingut Nikolaihof in Mautern in der Wachau.

 

 

Amphore

 

Seit der Antike werden Weine in irdenen Amphoren gemacht. Diese kommen heutzutage meistens aus Georgien. Die Weine werden in die Amphoren gefüllt und im (kühlenden) Boden vergraben. Das führt zu langsamer Reifung. Die Moste kommen meistens mit den Schalen in die Amphore. Saubere Arbeit wird bei jedem Schritt während der Ernte vorausgesetzt, sonst mischen sich Fehltöne ins Geschmackserlebnis.

 


Orange Wine

 

Weißwein, der wie Rotwein gemacht wird. Die Traubenschalen, die mit dem Wein mazeriert werden, geben dem Wein eine besondere Struktur, leuchtende Farbe und kräftige Aromen. Aufs Filtern wird meistens verzichtet. Die Weine strotzen vor Energie und Aromen, sind lange haltbar. Was anfänglich als fehlerhaft interpretiert wurde, ist heute Kult. Und die „Erfinder“ dieser alten, neuen Methode sind im Karst und in der Südsteiermark zu finden.

 


Pet Nat

 

Der neueste, leicht schaumige Trend. Halbvergorener Most kommt mit etwas Alkohol in die Flasche, gärt dort fertig und bildet Kohlensäure. Wer braucht schon „Sekt Orange“, wenn er „Orange Sekt“ haben kann? In Wahrheit handelt es sich allerdings nicht um Sekt, sondern um Perlwein. Extrem viel Fingerspitzengefühl ist hier erforderlich. Die Ergebnisse sind bemerkenswert in ihrer Aromatik und Leichtigkeit.



Text: Alexander Rabl