Botturas Restlessen in Brasilien


Der gute Koch von Rio: Massimo Bottura in seinem Element. 



Massimo Bottura in der olympischen Disziplin der Wohltätigkeit


Botturas Projekt „Food for Soul“ ließ schon voriges Jahr während der Mailänder Expo aufhorchen. Der vom Mineralwasserkonzern gerade als bester Koch der Welt ausgezeichnete Chef hat das Konzept nun geringfügig geändert und präsentierte es vor kurzem in der Spielstätte der olympischen Spiele, in Rio de Janeiro. Name der Projektes: Refetto Rio Gastromotiva.


Es geht darum, aus überschüssigen Zutaten, die während der Spiele anfallen, gute Gerichte zu kreieren. Gut in kulinarischen Verbindungen, hat Bottura seine internationalen Kochkollegen Alain Ducasse, Virgilio Martinez, Alex Atala und Joan Roca in den gerade neu designten Betrieb eingeladen. Es könnte das Beste sein, was es an Suppenküchen je gegeben hat.


Es ist ja, ganz ohne Zynismus, gerade unter Spitzenköchen gerade sehr in Mode, sich um die Menschen Gedanken zu machen, die voraussichtlich niemals den Weg in ein Top-Restaurant finden werden. Der Brasilianer Alex Atala machte diesbezüglich die ersten Schritte. „Die Lücke zwischen Arm und Reich mit kulinarischen Mitteln schließen, das ist was wir wollen,“ sagt Bottura. Mit anderen Worten: Arm und Reich an einem Tisch. Oder wenigstens in einem Raum. Wenn auch nur für kurze Zeit.


Dabei ist vor allem die Verschwendung von Nahrungsmitteln ein Thema, wie sie besonders dank der Lebensmittelindustrie in Verbindung mit dem Lebensmittelhandel, aber auch in der Gastronomie grassiert. Food Waste passiert in großem Stil auch in Brasilien, und das nicht nur während der Zeit der Spiele. Botturas Projekt Gastromotiva, betrieben mit einem zweiten Gastronomen, wird nach der Olympiade als Mischung aus Restaurant und Schule weiter bestehen.



www.foodforsoul.it


Text: Alexander Rabl