Buchtipp: Was wir von Spitzenköchinnen lernen können

Warum sollte man ein Kochbuch (im weitesten Sinne) kaufen, das den Titel “Frauen an den Herd” trägt? Sind wir nicht alle schon emanzipiert genug, die traditionelle Rollenverteilung in der Familie aufzulösen? Doch das ist es nicht, was uns Stephanie Bräuer mit diesem Buch vermitteln will.
 
Während im Alltag die Küche in den meisten Fällen immer noch das Gebiet der Frau ist, wird die Spitzengastronomie schon seit langem von Männern dominiert. Frauen könnten kein Team führen, der Beruf sei für eine Frau nicht familienfreundlich und viele weitere Klischees werden zu diesem Thema immer wieder als Argumente geliefert. Wie anders es sein kann und auch ist, will Stephanie Bräuer am Beispiel von 24 Köchinnen beweisen.
 
In spannenden Interviews schildern die Köchinnen ihre Lebensgeschichten und erzählen, wie sie zu diesem Beruf kamen und sich in der Branche behaupten können. Dabei dürfen natürlich auch einige Österreichinnen, die sich im Laufe der Jahre einen Namen gemacht haben, nicht fehlen. Oder könnten Sie sich ein solches Buch ohne Lisl Wagner-Bacher (Landhaus Bacher) vorstellen? Die „Beste Köchin des Jahres 2017“, Ana Ros aus Slowenien, oder die deutsche TV-Köchin Maria Groß sind ebenfalls vertreten.
 
Jede Köchin steuerte außerdem zwei Rezepte zum Buch bei. Die einen mehr, andere weniger (oder sagen wir lieber: aufwendiger) nachkochbar. In jedem Fall ist das Buch eine Bereicherung für das Bücherregal.


Frauen an den Herd

Stephanie Bräuer

Christian Verlag

240 Seiten

39,99 Euro