Buschenschanken und Heurige

Die Gastronomie erwacht seit Freitag, 15. Mai 2020, langsam zu neuem Leben. Auch Buschenschanken und Heurige dürfen unter Einhaltung strenger Auflagen und Hygienevorschriften wieder öffnen. Aller Anfang ist schwer, daher hat die österreichische Bundesregierung ein spezielles Maßnahmenpaket zur Förderung der Gastronomie, das sogenannte „Wirtshaus-Paket“ geschnürt, das die Wirte unterstützen und die Wirtschaft in einem ersten Schritt ankurbeln soll – dafür werden 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. 


Die geplanten Steuererleicherungen sollen ab 1. Juli bis Ende des Jahres gelten. Unter anderem ist eine Senkung der Mehrwertsteuer für nicht-alkoholische Getränke geplant, von 20 Prozent auf den Mindeststeuersatz von 10 Prozent, und die zeitlich begrenzte Abschaffung der Schaumweinsteuer, die sonst einen Euro pro Liter beträgt. Eine Senkung der Umsatzsteuer auf alkoholische Getränke ist den Angaben des Bundeskanzleramts zufolge aufgrund von EU-Vorgaben nicht möglich. Zudem sind Unterstützungen für Betriebe im ländlichen Raum in Planung, wie etwa die Erhöhung der Pauschalierungsgrenze und eine damit einhergehende, geplante Entbürokratisierung. Elisabeth Köstinger, Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, betonte, dass es darum gehe, den Betrieben direkt zu helfen und ruft dazu auf, die Preise auf den Getränkekarten zu belassen. 


Die Stadt Wien geht sogar einen Schritt weiter und setzt ein klares Zeichen im Kampf gegen die Krise. Umweltstadträtin Ulli Sima teilte mit, dass die streng limitierten Öffnungszeiten der Wiener Buschenschanken in Form einer Sonderregelung bis Jahresende ausgeweitet werden. Statt bis Ende Oktober und nur von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen dürfen die Betriebe in der Hauptstadt ab 15. Mai bis 31. Dezember 2020 täglich von 8 bis 23 Uhr Gäste bewirten. Dafür ist eine rasche Änderung des Buschenschankgesetzes im Wiener Landtag nötig. Damit reagiere man auf den Wunsch kleiner Winzerbetriebe, so Sima. Eine österreichweite Änderung der gesetzlichen Regelungen die Öffnungsvorschriften von Heurigen und Buschenschanken betreffend ist bisher nicht bekannt. In Niederösterreich ist eine vierwöchige Pause zwischen den Aussteckterminen vorgeschrieben. 


Barbara und Franz Zederbauer vom Bio-Weingut Zederbauer in Palt würden für ihren Heurigen im 13er Haus eine flexiblere Gestaltung begrüßen: „Die Abschaffung der vorgegebenen vierwöchigen Pause, die man zwischen zwei Aussteckterminen haben muss, wäre wünschenswert. Dann könnte man die Termine flexibler verlängern oder verschieben.“


Heurigen- und Buschenschank-Besucher dürfen sich freuen, werden aber zukünftig mit einigen Änderungen konfrontiert. Die Hygienebestimmungen erfordern das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Betreten und Verlassen und geben einen Mindestabstand zum Wirten und anderen Besuchern vor. Auch das Personal muss für entsprechende Hygiene sorgen. In manchen Fällen sind auch bauliche Veränderungen der Räume notwendig. 


„Die größte Herausforderung ist für uns die Einhaltung der Tischabstände, da unser Heurigenlokal nur kleine Räume hat und wir kaum eine Möglichkeit haben, um Tische auseinanderzuschieben. Wir versuchen trotzdem Lösungen zu finden, die für die Gäste ein schönes Ambiente ermöglichen, wie die Errichtung von speziellen Trennwänden. Die weiteren Auflagen sehen wir vor allem auch als Schutz für uns und unsere MitarbeiterInnen. Wir möchten allen, trotz oder vor allem aufgrund der jetzigen Situation, eine schöne Zeit bei uns ermöglichen in der man vielleicht wieder etwas mehr Normalität verspürt, sich einfach wohlfühlt und die Jause mit einem guten Achterl genießen kann.“, so Zederbauer 



Barbara und Franz Zederbauer (c) Tristan Breyer



Heuriger im 13er Haus

Bio-Weingut Zederbauer

Wienerstraße 13

3511 Palt

02732 829 31, 0650 59 39 349

bio@weingut-zederbauer.at

http://www.weingut-zederbauer.at/#heuriger


Nächster Heurigentermin: 

21.05.-01.06.2020