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Dalgona – der Kaffeetrend aus Südkorea

Ist man in Instagram oder anderen sozialen Medien unterwegs, kommt man an einer Sache schon lange nicht mehr vorbei: Dalgona. Der gehypte Kaffeetrend, dessen Ursprung in Südkorea, der Kaffeenation schlecht hin, liegt, hat mittlerweile auch in Österreich viele Anhänger gefunden. Die Kaffeespezialität hat sich quasi viral verbreitet. FoodbloggerInnen, KaffeeliebhaberInnen und Trendaffine posten durchgestylte Fotos mit Ihnen und dem neuen Kultgetränk. Doch was genau steckt eigentlich dahinter und wie wird das Sommergetränk 2020 zubereitet?


Um Ihnen diesen Trend nicht vorzuenthalten und Sie optimal auf die anstehenden heißen Tage vorzubereiten, haben wir Ihnen alle wichtigen Dalgona-Facts zusammengefasst. Als kleines Zuckerl oben drauf, stellen wir Ihnen noch zwei weitere Köstlichkeiten der koreanischen Kaffeekultur vor, die sich hoffentlich auch bald so verbreiten werden, wie das bei Dalgona der Fall war.

 


Dalgona: Was steckt dahinter?

Eines kann bereits vorab gesagt werden: für die Bikinifigur ist das Trendgetränk nicht unbedingt förderlich. Instantkaffeepulver, heißes Wasser und Zucker werden im Verhältnis 1:1:1 vermengt und so lange gemixt, bis eine cremig fluffige Konsistenz entsteht. Sobald ein toffeefarbener Schaum entstanden ist, füllt man ein Glas mit crushed Eis oder Eiswürfeln, gibt kalte oder warme Milch, je nach Belieben auch pflanzliche Alternativen hinein und drapiert darauf den Kaffeeschaum. Je nach Vorliebe können auch noch Zimt oder andere Gewürze wie Vanille dazu gegeben werden. Das wars auch schon – leicht in der Zubereitung, grandios im Geschmack.


Der Name Dalgona stammt übrigens von einem Südkoreanischen Toffeebonbon, das an die Farbe und den süßen Geschmack des Sommergetränks erinnern soll. Seinen großen Durchbruch erhielt der Hype durch den der südkoreanischen Schauspieler Jung Il Woo, der das Getränk in der TV-Show "Stars' Top Recipe at Fun-Staurant“ serviert bekam und danach ein Rezept-Tutorial auf Youtube postete. 


© Screenshot Youtube



Mehr Klassiker aus der südkoreanischen Kaffeekultur


#1 MATCHA FROSTED



Zugegeben, Matcha Tee ist mittlerweile fast ein gängiges Getränk in unseren Breitengraden. Der Grüntee ist neben seiner strahlenden Farbe für seine positiven Auswirkungen auf Geist und Körper bekannt und dient zudem, mit seiner enthaltenen Menge an Koffein und anderer wertvollen Inhaltsstoffen, als optimaler Muntermacher. Auch in der Pâtisserie ist Matcha auf Grund seiner frischen, leicht süßlichen Note zu einem Trendprodukt geworden und findet daher häufige Verwendung in Makronen, Tartes o. A. Als Tee finden wir ihn vor Ort aber am häufigsten in der heißen ausgeschäumten Variante vor oder in Kombination mit hohem Anteil an warmer aufgeschäumter Milch in Form der Matcha Latte. Die südkoreanischen Kaffeehäuser bieten dahingegen noch reichlich andere und erfrischende Varianten, die als ideale Begleiter an warmen Sommertagen dienen. Zum einen, der köstlich leichte Matcha Frosted. Ähnlich wie beim Dalgona wird das Matchapulver mit einem Anteil an heißem Wasser aufgeschäumt. Anschließend werden meist Mandel- oder Haferdrink mit crushed Eis aufgemixt bis eine fluffige Konsistenz entsteht. Das angerührte Matchapulver wird beigeben und daruntergemischt. Als Topping und „Knuspereinheit oben drauf werden gepoppte Hirse oder Amaranth darauf gegeben. Das sieht nicht nur schön aus, sondern schmeckt erstaunlich gut und sorgt für den gewissen Twist. 



#2 PATBINGSU



Bei Patbingsu handelt es sich zwar nicht um ein Getränk, allerdings um eine wunderbare Kreation, die am besten gemeinsam mit Grüntee oder Kaffee genossen wird. Wir konnten bei unserem Südkorea-Trip nicht genug davon bekommen und möchten Ihnen diese Spezialität daher nicht vorenthalten. Patbingsu besteht aus Eisspäne, Shaved Ice Cream, die klassisch mit gesüßten roten Azukibohnen, Eiscreme und süßen Reiskuchen serviert wird. Das mag zwar nach einer ungewöhnlichen Kombination klingen, in Asien ist die Mischung aus Süßem und Pikanten aber ganz alltäglich. Für die Eisspäne werden Kuhmilch oder Sojamilch portionsweise in Eiswürfelbehälter eingefroren und anschließend in der Küchenmaschine so lange zerkleinert, bis sie „pulverisiert“ sind. Das Eispulver wird in eine Schüssel gefüllt, die süßen roten Bohnen sowie eine Kugel Eiscreme darauf gegeben. Nach Belieben wird das Ganze noch mit weichen Reiskuchen umlegt und mit Agavendicksaft und Mandelblättchen bestreut, anschließend sofort serviert. Das wichtigste, das wir nicht vergessen dürfen: Vor dem Essen muss man mindestens 5 Minuten lang alles mit dem Löffel zerdrücken, bis das Milch-Eis, die roten Bohnen und die Eiscreme vollständig miteinander vermischt sind, bis das Ganze so aussieht, als hätte es einen Schleudergang hinter sich.  Die Koreaner lieben dieses Ritual (ähnlich wie bei Bibimbap – dem beliebten koreanischen Gericht im Steintopf mit Spiegelei und Gemüse). Je unansehlicher, desto besser schmeckt es. Üblich ist es, dieses Dessert immer als eine große Portion zu servieren, die sich anschließend zwei Personen teilen.




Text und Fotos: Franziska Ettmeier