Das neue Le Méridien in Wien

 Glücklich mit dem neuen architektonischen Konzept: Stephan Ferenczy (BEHF) und Gabriela Benz (Le Méridien Vienna)


Begegnungszone der Flaneure zwischen Hotellobby, Bar und Restaurant


Le Méridien Vienna – seit der Eröffnung vor 13 Jahren eine fast unendliche Geschichte, die Geschichte einer Suche nach den passenden Attraktionen für den nicht einfachen Standort Wien. Was man hier nicht alles versucht hat – Clubbings, Modeschauen, ein Fusions-Restaurant. Immerhin: Die Champagner-Bar hat ihre Meriten, eine seltene Erscheinung in Wien, wo der Champagner-Trinker gerne Gefahr läuft, auszutrocknen, so er sich nicht an den Massenlabels laben will. Hier, im „Le Moet“, wird er fündig.


Jetzt hat Le Méridien sich wieder einmal ein inneres Facelifting verpasst. „Individualität, Inszenierung und Extravaganz“ lauten die Schlagwörter des neuen Konzepts.


Das Büro BEHF (Fabios) hat sich Look und Funktionalität der neuen Begegnungszone zwischen Hotelbetrieb, Bar und Restaurant ausgedacht. Alles sieht so schlicht aus wie die ebenso von BEHF gestaltete „Moet-Bar“, nicht unhübsch also und sehr schick.


Der Wiener-Salon-Gedanke soll dabei eine Rolle gespielt haben, wobei es natürlich heißen muss: Salon aus der Sicht von heute. Im Restaurant „You“ wird es einen fließenden Übergang von Apero, DJ um sechs und nachfolgendem Dinner geben. Die Küche gibt sich jedenfalls reisefreudig, was Zubereitung und Aromen betrifft.


Mal sehen, ob das neue Konzept die traditionell eher hotelphoben Wiener anzieht. Und schließlich: Ein gutes Hotel, wie man es aus Paris und London kennt, lebt auch von der Weltläufigkeit und Eleganz des lokalen Publikums. Besitzt Wien ein solches überhaupt?



Text: Alexander Rabl