Das sind die Preisträger des Witzigmann-Awards

Witzigmann & Crenn

Jury vergibt den Eckart an Caminada, Crenn, Viktualienmarkt und Copeland


Alle Jahre wieder ist der Oktober in München der Zeitpunkt für die große Gala anlässlich der Vergabe des Witzigmann-Awards, besser bekannt als ECKART. Er wird für beachtenswerte Leistungen im kulinarischen Feld beziehungsweise im Gebiet von Innovationen (was auch immer man darunter genau verstehen mag) vergeben. Hinter dem Preis steckt die BMW Gruppe, die Jury ist hochkarätig besetzt. Vorsitzender: der Jahrhundertkoch (Gault Millau) selbst, Eckart Witzigmann, der heuer seinen 75. Geburtstag feierte.


Und das sind die Preisträger.


In der Kategorie „große Koch-Kunst“ ausgezeichnet wird Andreas Caminada vom Schloss Schauenstein aus Graubünden, bereits zweimal von den Schweizer Kollegen des Gault Millau als „Koch des Jahres“ gelobt. Caminada ist nicht nur einer der besten Köche der Schweiz (und nach dem Selbstmord von Benoit Viollier im vergangenen Jänner nominell sogar der beste Koch der Schweiz), sondern auch Vordenker in kulinarischen und gastronomischen Angelegenheiten. Die Stiftung „Fundaziun Uccelin“ (rätoromanisch für „Vögelchen“) fördert seit 2016 talentierte Koch- und Servicekräfte individuell, um die Qualität der Spitzengastronomie langfristig zu sichern. Eine nachahmenswerte Idee.


Dominique Crenn aus San Francisco ist die Preisträgerin in der Kategorie „Innovative Küche“. Sie ist Künstlerin, Forscherin und Geschmacksbotschafterin in einer Person. Ihre handwerklich auf höchstem Niveau befindliche, moderne Kochkunst kann man im „Atelier Crenn“ in San Francisco erleben. Die Speisekarte der Französin ist ein Gedicht, die einzelnen Speisen verbergen sich hinter Zeilen wie: „Spaziergang im Wald“ oder „Ich berühre die Erde und spiele“.


Der ECKART für „Lebenskultur“ geht nicht an eine Person, auch nicht an ein Restaurant oder Hotel, sondern an einen Lebensmittelmarkt: Es ist der Viktualienmarkt in München, seit immer schon Einkaufsquelle der Spitzenköche und bereits in den 70ern und 80ern Pilgerstätte der Kollegen aus Österreich. Auch heute kommt man aus dem Staunen über die Dichte der Qualitätsanbieter auf diesem Markt nicht heraus. Von einem riesenhaften Angebot an Schwammerl im Sommer bis zum Leberkäse das ganze Jahr über gibt es hier nichts, was es nicht gibt. Eine Vielfalt an Fleisch, Fisch, Brot, Gewürze und Tee, Milch und Milchprodukte, Wein und Spirituosen. Rund 30 Händler importieren außerdem allerlei exotische Köstlichkeiten in die bayerische Landeshauptstadt.  Und im Gegensatz zum Wiener Naschmarkt sieht sich der Viktualienmarkt nicht in erster Linie als Touristenattraktion.

Sebastian Copeland ist der Träger des ECKART für „Kreative Verantwortung“. 
Er ist Polarforscher, Umweltaktivist, Abenteurer und ein hervorragender Fotograf. Copeland hält Vorträge vor den Vereinten Nationen und dem World Affairs Council und warnt dort nachdrücklich vor den Veränderungen in den Polregionen durch den Klimawandel. Er kämpft mit eindrucksvollen Fotos und Filmen seiner Expeditionen zu Nord- und Südpol für ein Erwachen der Gesellschaft und mehr Mut zu Entscheidungen in der Politik. Er fordert eine Reduzierung von Emissionen und das Verlassen der persönlichen Komfortzone. Denn, so Copeland, nur wenn die Menschen wieder verantwortungsvoller mit der Natur leben, hat die Welt, wie wir sie kennen, eine Chance zu bestehen.



Text: Alexander Rabl