Der Begründer des Weinwunders Chile



                                                                                  Winzer  Aurelio Montes 




5 Auszeichnungen für einen Weinmacher in einem Jahr


Bis in die Mitte der 80er-Jahre war Chile als Weinland auf niemandens Radar. Doch dann passierte etwas. Plötzlich fand es jeder völlig in Ordnung, vom anderen Ende der Welt Rotweine (vornehmlich) nach Europa zu transportieren. Sie wurden in allen guten Häusern Österreichs als spannende Ergänzung und frühreife Alternative zu den europäischen Cabernet Sauvignons (damals und auch später quasi ein Monopol der Chateaux aus Bordeaux) angeboten. Man freute sich über deren günstige Preise und die Sommeliers hüpften vor Vergnügen, wenn sie sagten: „Kostet ein Zehntel von Bordeaux, schmeckt aber vielleicht sogar besser.“


Mittlerweile hat sich der Hype um Chile etwas beruhigt, vielleicht auch, weil der Terminus technicus des ökologischen Fußabdrucks ins Spiel gebracht wurde. Es gibt überdies auch europäische Konkurrenz zu den günstigen Weinen aus Chile, gute Weine aus dem Rhônetal oder Südfrankreich zu sehr guten Preisen, von anderen Weinländern wie Spanien oder Portugal gar nicht zu reden. Aber wenn es auch um Chile stiller geworden ist, sie machen immer noch sehr gute Rotweine.


Als Pionier des chilenischen Weinwunders gilt übrigens der Winzer Aurelio Montes. Er machte sich 1988 die Weine aus dem Bordelais zum Vorbild, sagte sich: „So was können wir auch“ oder so ähnlich und ging ans Werk. Der Erfolg war, wie schon erwähnt, durchschlagend. Und Montes fand viele ebenso erfolgreiche Nachahmer. Aurelio Montes pflanzte als erster Rotweine auf den Steilhängen des Apalta aus. Dort entstand später auch ein architektonisch interessanter Weinkeller, in dem die Methoden des Feng Shui angewandt wurden.


Aurelio Montes erhielt alleine im Vorjahr fünf Auszeichnungen für sein Lebenswerk und die Verdienste für chilenischen Wein einerseits sowie modernen Weinbau andererseits:


- Lifetime Achievement des deutschen   Magazin   „Feinschmecker“ (März 2015)

- Lifetime Achievement des chilenischen „Circle of Food and Wine          Writers“

- Personality of the Year von „Vinos de Chile“

- Innovator-Executive of the Year vom US-Magazin „Wine                            Enthusiast“

- Lifetime Achievement Award des chilenischen Avonni 


Wenn Ihnen also in kommender Zeit ein Wein von Montes unterkommt, genießen Sie ihn – wo er doch die Reise um die halbe Welt eh bereits hinter sich gebracht hat. 


Text: Alexander Rabl