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Der "wilde Knoblauch"

Bärlauch (Allium ursinum L.) sprießt derzeit bereits kräftig aus dem Boden. Selbst, wenn wir jetzt dazu aufgefordert sind, die meiste Zeit zuhause zu sein, ist es erlaubt, zwischendurch alleine an die frische Luft zu gehen. Diese Spaziergänge eignen sich hervorragend dafür (sofern sich in der näheren Umgebung Waldabschnitte befinden), Bärlauch zu sammeln. Die vielen unterschiedlichen Spielarten überzeugen. Die ausdauernde, krautige Zwiebelpflanze aus der Familie der Liliengewächse ist sowohl als Heilpflanze, als auch in mannigfaltigen Variationen in der Küche einsetzbar.


In den Monaten März und April treibt Bärlauch wild in fast ganz Europa und Nordasien in Laub- und Auwäldern einzeln dicht nebeneinander aus feuchten Böden. Das geschätzte Wildgemüse ist in eine Blattfläche und einen dünnen, dreikantigen Blattstiel gegliedert. Die Blätter sind lindgrün, lanzettförmig und spitz zulaufend. Die Oberseite ist glänzend, die Unterseite matt und die Adern verlaufen parallel. Geerntet werden kann zwar auch, wenn der Bärlauch blüht, jedoch nehmen die Blätter nach dem Erblühen einen bitteren Geschmack an. Es empfiehlt sich daher eine Ernte davor.


Die Blätter knicken im frischen Zustand leicht ab und lassen sich leicht verreiben. Beim Zerreiben riechen die Bärlauchblätter aufgrund der Verwandtschaft mit der Knoblauchpflanze stark nach Knoblauch. Wegen der optischen Ähnlichkeit zu anderen Pflanzen gibt es jeden Frühling Vergiftungsfälle. Bärlauch wird immer wieder mit Herbstzeitlosen, Maiglöckchen, geflecktem Aronstab, vielblütiger Weißwurz oder Salomonssiegel und verwilderten Tulpen verwechselt.



Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:


Pflanze

Blattform

Sonstige Merkmale

Herbstzeitlose

Schmal, länglich-lanzettlich

Sitzen ohne Blattstiel an dem im Boden bleibenden Stängel

  •  Treiben in Büscheln aus dem Erdboden


  •  Sind biegsam, knicken im frischen Zustand nicht wie die des Bärlauchs


  •  Blätter sind geruchlos


Maiglöckchen

Meist 2 oder 3 Grundblätter, die eine Blattscheide bilden. Der scheinbare Stiel ist oben grün und unten rötlich.

  •  an eher trockenen Standorten


  •  sprießen etwas später als die ersten Bärlauchblätter


  •  Blätter sind eher biegsam, riechen beim Zerreiben nicht nach Knoblauch


Gefleckter Aronstab

Ältere Pflanzen haben pfeilförmige Blätter (bei jüngeren Pflanzen noch nicht ausgeprägt)

Netznervige Blattäderung (besonders auf der Blattunterseite zu erkennen. 

Vielblütige Weißwurz (vielblütiges Salomonssiegel)


Blätter haben ähnliche Form wie die des Bärlauchs, sitzen aber wechselseitig am aufrechten Spross

Weiße Blüten hängen herab wie kleine Glöckchen

Giftige Garten-Tulpe

Bildet nur ein einzelnes Blatt aus, das dem des Bärlauchs ähnlich ist. Ist ebenfalls lanzettförmig und besitzt einen dünnen Blattstiel. Blätter sind blaugrün, dick-fleischig mit wachsartigem Überzug.




Maiglöckchen



Empfehlungen zum Sammeln und für die Zubereitung (gemäß AGES):


  •  Bärlauchblätter gründlich waschen, da sie mit Fuchsbandwurm-Eiern verunreinigt sein könnten.
  •  Vor dem Verzehr bzw. dem Einfrieren einzeln gründlich unter heißem, fließenden Wasser waschen.
  •  Blattweise ernten, um sie von Doppelgängern unterscheiden zu können.



Bärlauch als Heilpflanze ist reich an Mineralien und Vitaminen (wie z.B. Vitamin C) und sowohl Zwiebel, als auch Blätter besitzen Eigenschaften, die positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Die enthaltenen ätherischen Öle wirken verdauungsfördernd, Blutdruck- und Cholesterinspiegel-senkend, sowie zur Vorbeugung von einer Vielzahl an Zivilisationskrankheiten. Bärlauch wirkt etwa antibiotisch, desinfizierend, durchblutungsfördernd, entschlackend und entzündungshemmend. Darüber hinaus reguliert Bärlauch den Fettstoffwechsel und fördert die Leber- und Gallenfunktion.



Die frischen, grünen Bärlauchblätter sind in Speisen nicht nur optisch ein Highlight, sie sind auch eine geschmackliche Besonderheit mit unverkennbarem Knoblaucharoma. Ob gegart oder roh in feine Streifen geschnitten, z.B. auf Butterbrot oder im Salat – das spezielle Aroma verleiht Gerichten eine besondere Note.



Wer bereits Bärlauch gesammelt bzw. gekauft hat oder das noch tun wird, dem empfehlen wir folgendes Suppen-Rezept:




Bärlauchsuppe

Für 4 Portionen, Zubereitung: ca. 35 Minuten


80 g Zwiebel

2 Knoblauchzehen

300 g Erdäpfel

40 g Butter

800 ml Gemüsefond

250 ml Obers

Salz und Pfeffer, geriebene Muskatnuss

100 g Bärlauch

Etwas Zitronensaft


Zwiebel und Knoblauch schälen, fein würfeln. Erdäpfel schälen, waschen und würfeln.


Butter in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel-, Knoblauchwürfel und Erdäpfel andünsten. Gemüsefond und Obers zugießen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die Suppe ca. 20 Min. köcheln lassen. 


Bärlauch in der Zwischenzeit waschen, putzen und in feine Streifen schneiden.


Suppe vom Herd nehmen, kurz abkühlen lassen. Dann mit dem Großteil des Bärlauchs in einem Mixer fein pürieren und mit Zitronensaft abschmecken. In Tellern anrichten, mit den restlichen Bärlauchstreifen und etwas Obers garnieren.


(Symbolbild)


Quelle: https://www.ages.at/themen/lebensmittelsicherheit/pflanzliche-lebensmittel/baerlauch/ 

(Zugriff: 18.03.2020)