Essen

Die besten Restaurants in Ischgl


Wer die schönsten Pisten Österreichs unsicher machen möchte, der fährt nach Ischgl. Wer im Winter hochwertiges Entertainment sucht, der ist in Ischgl ebenfalls gut aufgehoben. Und seit einigen Jahren trifft auch noch eine weitere Beschreibung auf den überschaubaren Ort in Tirol zu: Wer gerne gut essen geht, der sollte Ischgl auf jeden Fall auf seiner Liste haben. Denn auch im aktuellen Guide Gault&Millau ist und bleibt Ischgl die absolute Hauben-Hochburg. Das sind die besten Restaurants in Ischgl.

 

 

Stüva im Genießerhotel Yscla

18,5 Punkte / 4 Hauben

Dorfstraße 73

www.yscla.at

 

Benjamin Parth macht nicht viele Worte, aber dass er sich zu den Besten unter den heimischen Küchenchefs zählt, daran lässt er keinen Zweifel. Selbstbewusst legt unser „Koch des Jahres 2019“ Saison für Saison, Jahr für Jahr eine neue Kollektion vor, gleich einem Juwelier an der Pariser Place Vendôme. Parth arbeitet dabei nur mit den besten und teuersten Edelsteinen, will heißen Edelprodukten. Auf die Dogmen regionaler Küche pfeift er. Ja, den Saibling, perfekt gebraten als Miniportion, mit Enziansauce, gibt es immer noch. Doch viel spannender ist, was wir im vergangenen Winter hier noch genossen haben. Etwa ein zartes Jakobsmuschelcarpaccio mit gewissenhaftest geschnittenem Thunfischtatar, das mit kleinen Croûtons zusätzliches Volumen und Biss erhielt.

 

 

Schlossherrnstube im Schlosshotel Ischgl

18 Punkte / 4 Hauben

Dorfstraße 85

www.schlosshotel-ischgl.com

 

Für die traditionelle, in schmuckem Holz ausgestaltete Schlossherrnstube mit fünf Tischen zeichnet der schon viele Jahre sehr erfolgreiche Küchenchef Gustav Jantscher verantwortlich. Zwischen Champagnerhütten, Après-Ski-Flair und Hotellobby-Charme ist Jantschers Stube eine ruhige Oase für verwöhnte Gaumen. Jantscher ist Küchenmeister und Farmer zugleich: Er züchtet seine eigenen Tauben, Wachteln, Hühner, Hasen, Schnecken usw. Die meisterlich zubereitete Bluttaube – Brust, Schenkel und Innereien – ist dann auch eines seiner Vorzeigegerichte, sprich ein Signature Dish mit dem Namen „Taube GJ“. Der aus der Steiermark stammende, in Vorarlberg wohnhafte und in Tirol arbeitende Küchenchef kocht in der Form seines Lebens. Die Weinkarte ist sehr gut bestückt, die Champagnerauswahl geradezu spektakulär.


 

Paznaunerstube

18 Punkte / 4 Hauben

Dorfstraße 95

www.trofana.at

 

Das Menü ist so gut wie eh und je, und zwar Gang für Gang. Es beginnt mit einem Klassiker: Biogansleber „kalt und warm“. Zwei einander ergänzende Texturen, dazu herrliches Brioche. Ein wunderbarer Einstieg. Der Kaisergranat kommt mit Maracuja und Avocado und damit überraschend frisch und von der Säure her sehr harmonisch und ausgewogen. Mitten drin im Menü lässt Martin Sieberer zuerst geräucherte Steinpilzravioli mit Pilzen und Périgord-Trüffel servieren. Das Gericht hat es in sich und ist einfach gut. Sündhaft gut. Als Hauptgang kommt die Taube auf den Tisch. Brust, Filet und Herz, mit Pastinake, Rhabarber und Zwetschkenknödel. Ein würdiger Höhepunkt im Menü. Die beiden Edelteile sind zart und auf den Punkt gebraten, das Herz eine (kleine) Offenbarung. So macht Taube richtig Spaß. Die Weinkarte ist großartig, so wie seit Jahren gewohnt. 

 

 

Stiar im Sport- und Genusshotel Silvretta

17 Punkte / 4 Hauben

Dorfstraße 74

https://stiar.at/

 

Das Stiar ist eine kleine Stube, die zum Sporthotel Silvretta gehört. Wobei „Stube“ den Kern der Sache nicht einmal ansatzweise trifft. Da ist nichts Rustikal-Volkstümliches zu sehen. Vielmehr ein modern eingerichtetes Restaurant mit durchdachter Lichtdramaturgie und hohem Wohlfühlfaktor. Richtig sehen lassen kann sich auch das Menü. Den Start machen bodenständige Amuse gueules. Eine filigrane Interpretation vom Kaspressknödel, eine „Fleischpalatschinke“ vom Bauernhuhn. Dann kommt die Marend. Die erste Überraschung, denn in so gediegenem Ambiente ist eine Tiroler Speckjause das Letzte, was man erwartet. Aber sie wird nicht ohne Grund serviert. Es ist eine komprimierte Leistungsschau der hauseigenen Landwirtschaft. Almbutter, Käse, großartiger Speck, sehr gutes Brot. Die Desserts sind großartig und die Weinauswahl überrascht mit reifen Jahrgängen und echten Raritäten.


 

Fliana Gourmet

15,5 Punkte / 3 Hauben

Fimbabahnweg 8

www.fliana.com

 

Der Spitzenkoch Andreas Spitzer scheint sich immer noch weiterzuentwickeln. Die Gerichte werden präziser, was aus der Küche geschickt wird, ist solides Handwerk auf hohem Niveau. Bereits bei den Grüßen aus der Küche wird klar, in welche Richtung der Abend gehen wird. Die Gebirgsforelle ist im Selleriesud eingelegt, die Rindsroulade kommt im Speck- und Rote-Rüben-Mantel daher und ein kleines Spießchen entpuppt sich als Tafelspitz(erl) mit Rollgerste. Der Hauptgang, Kalbsfilet mit Kürbiscreme, ist eine üppige Portion, das Fleisch butterweich und auf den Punkt gebraten. Die Sauce dazu intensiv und trotzdem fein ziseliert. Richtig gut. Beim Dessert unbedingt die „Heidelbeere“ (mit Heumilch und Honig) probieren. Die Weinauswahl ist auf Ischgl-Niveau – also fantastisch.

 

 

Lucy Wang

12,5 Punkte / 1 Haube

Dorfstraße 68

www.lucywang.at

 

Wenn man das Lucy Wang einmal kennt, möchte man es nicht mehr missen. Dass es sich hierbei um eine Art Marke handelt, ist unbestreitbar, wenn die Qualität der Produkte aber derart stimmig ist, kommt das einem Gütesiegel gleich. Kross und herrlich die Langostinos im Filoteig, das Thunfischtatar mit Algensalat und Kräuter-Aioli gefällt mit seinem ausgetüftelten Säurespiel. Die Frische des Fisches kommt vor allem bei den Sushivariationen zur Geltung. Klassisch die California Roll mit Königskrabbe, Gurke und Avocado, Lachsliebhaber kommen bei den Salmon-Lovers-Rollen auf ihre Kosten. Akkurat und kreativ umgesetzt ist auch der Hauptgang: Der Seewolf mit geschmortem Pack Choi und Wasabischaum ist auf den Punkt gebraten.