Die Macht der Lage – Verkaufsgag oder Qualitätsmerkmal

Unter dem Titel „Die Macht der Lage – Verkaufsgag oder Qualitätsmerkmal“ lockte das Kalk&Kegel Event nicht nur mit einem provokanten Programmnamen


40 Sommeliers aus Österreich und Deutschland, darunter die Spitzen der Branche, hatten gemeinsam mit 20 Winzern und Winzerinnen vergangenen Montag (2. September 2019) beim Kalk&Kegel Bootcamp die Möglichkeit, sich durch 63 Kamptal-Weine auf Top-Niveau in sechs Flights durchzukosten und dabei ihr Augenmerk auf Herkunft und Lage zu richten. Steve Breitzke und Matthias Pitra (Restaurant MAST, 1090 Wien) führten gemeinsam mit Fred Loimer (Obmann des regionalen Weinkomitees) und Michael Moosbrugger (Schloss Gobelsburg) durch einen intensiven Workshop-Tag.


(v. l. n. r. Steve Breitzke, Fred Loimer, Michael Moosbrugger und Matthias Pitra, Credit: Philipp Lihotzky)


Ist aber der Lageunterschied von Käferberg, Heiligenstein, Gaisberg und Co. wirklich ausschlaggebend für unterschiedliche Aromen, oder ist es eine Mischung aus Boden, Kultur und historischen Komponenten?


Michael Moosbrugger vom Schloss Gobelsburg lieferte dazu ein interessantes Gedankenspiel:

 

 „Herkunft ist nicht nur das Zusammenspiel von Boden, Klima und Rebsorte. Herkunft – und somit auch Lage – hat immer auch mit den Menschen zu tun, die hier mit ihren unterschiedlichsten Philosophien arbeiten. Das gehört einfach mitgedacht, wenn man von Lagen spricht.“ 


(v. l. n. r. Alwin Jurtschitsch, Günther Brandl, Martin & Anna Arndorfer, Karl Steininger, Credit: KALK&KEGEL)


Dass das Kamptal auch abseits von Riesling und Veltliner einiges zu bieten hat, bewies der kurze und knackige Schaumwein-Boost, der in zwei Blöcken im Loisium Wine & Spa Hotel in Langenlois abgehalten wurde.


„Generell sollten heimische Schaumweine noch stärker forciert werden“, so Head-Sommelière Michèle Metz aus dem Edelweiß Salzburg Mountain Resort. Interessant auch der Beitrag von Winzer Karl Steininger, der darauf plädierte, Schaumweine nicht nur glasweise als Aperitif auszuschenken, sondern diese auch als Erfrischung vermehrt innerhalb des Menüs und flaschenweise anzubieten.

 

Neue Sichtweisen vermischten sich an diesem Nachmittag mit alteingesessenen Kulturen, Handwerken und unterschiedlichen Stilistiken und regten merklich spannende Diskussionen an.


(Winzer Alwin Jurtschitsch mit Sommelier Dominic Hofer, Restaurant Mochi, Credit: KALK&KEGEL)


Am Ende des Tages bringt es aber Fred Loimer kurz und prägnant auf den Punkt: „Die Bandbreite an hervorragenden Weinen, die das Kamptal zu bieten hat ist riesig.“

 

Am Ende sind es aber immer die Weinbauern mit ihrer eigenen Handschrift, die den Wein zu dem machen, was er ist.


 

KALK & KEGEL Bootcamp Kamptal

2. September 2019

zum Thema „Die Macht der Lage“

www.kalkundkegel.com/bootcampkamptal


Text: Franziska Ettmeier