Digitaler Essen




Das Internet und was es für Restaurants bedeutet

 

Hier geht es – vielleicht auch, weil Silvester naht und Ausblicke ins neue Jahr und die Zukunft im Besonderen so gefragt sind wie Karpfen und Gans am Weihnachtswochenende – um die Zukunft unserer Mahlzeiten. Doch nicht die Frage, welches Gemüse kommendes Jahr angesagt ist und ob Makrele in der Beliebtheit dem Kabeljau endlich den ersten Platz streitig macht, geht es hier.

 

Wir schauen uns an, wie das Thema Digitalisierung und neue Technologien sich gerade anschicken, das Essverhalten und unsere Restaurants zu verändern. Und: Gibt es Gewinner dieser Entwicklung und wenn ja, wer sind dann die Verlierer?

 

Bequemlichkeit

 

Beim Internet des Essens steht die Lieferung von Mahlzeiten oder Zutaten direkt zum Gast oder Kunden im Vordergrund. Geht ja auch ganz leicht. Ein paar Klicks und schon setzt sich der Lieferwagen in Bewegung. Gleiches gilt auch für die Verbindung von Restaurants und Bauern oder Gärtnern. Nur die Allerbesten werden es sich leisten können, auf derlei Technologien zu verzichten.

 

Zeitersparnis und Kontrolle

 

Auch Reservierungen in Restaurants sind per App mittlerweile bequem organisierbar. Noch besser aber, wenn man sehen kann, wo in der näheren Umgebung ein bestimmtes Gericht zubereitet wird. Wenn man per App überprüfen kann (mit einem Foto) wie viele Kalorien eine Mahlzeit hat. Oder vielleicht einen interessierten Essenspartner in einer fremden Stadt herausfinden.

 

Manche Apps oder Websites machen es möglich, Zeit zu sparen. Man reserviert, schaut sich die Karte an, bestellt online, kommt, isst und zahlt per Mausklick.

 

Transparenz

 

Und dann das Thema Big Data – das Phänomen kann auch Vorteile haben, solange es nicht gerade bei US-Wahlen eingesetzt wird. Hier kommt der Gast zur totalen Transparenz. Was gibt es wo? Was kostet wie viel? Welche Lokale haben gute Kritiken, welche weniger gute?

 

All das gibt es ja bereits, doch die Vernetzung macht es dann spannend. Denn hier können nicht nur Gäste, sondern auch die Gastronomen etwas lernen. Welcher Typ von Gast geht wohin, was bestellt er, und wie viel ist er bereit zu zahlen?

 

Wer weiß, was da noch kommt: In Wien beispielsweise dank Big Data die Erkenntnis, dass ein Schnitzel in der Innenstadt mehr kosten darf als in Fünfhaus.

 

Eine Berufsgruppe gerät dank der fortschreitenden Technologien und Digitalisierung im Restaurantgeschäft immer mehr unter Druck. Das ist der Service. Denn wenn Order, Bezahlung und weiteres übers Tablet und Smartphone laufen, braucht es auch keinen Ober mehr.

 

Ausnahmen

 

Andererseits: Spitzenlokale, wo die Persönlichkeit von Küche und Service zählt und das Besondere weniger eine Sache der Technik und Convenience, sondern eine der Güte und Unverwechselbarkeit ist, also die meisten Lokale, die im Gault&Millau ausgezeichnet werden, wird es weiterhin geben.

 

http://getfoodgenius.com

 

https://allsetnow.com

 

http://www.opentable.com

 

http://www.eatwithava.com

 

https://www.vizeat.com

 

Text: Alexander Rabl