Doggy Bags gibt es jetzt auch in Frankreich


                     

       


Der Tabubruch: Die Frage nach dem Doggy Bag im Pariser Top-Lokal


Doggy Bags soll es nach dem Willen der französischen Regierung jetzt auch in den Restaurants der Feinschmecker-Nation geben. Das berichtet France 24. Sie lesen richtig.


Es geht um eine jedenfalls im Prinzip begrüßenswerte Aktion gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln. Tatsächlich wird in vielen Restaurants mehr weggeschmissen, als ethisch vertretbar ist. (Während aber viele Toplokale wie zum Beispiel das Wiener Steirereck mit Essens- oder Brotresten wohltätige Organisationen versorgen. Da wandert nichts in den Müll.)


Dass man im Pariser „Taillevent“ oder im „Le Meurice“ aber nun vielleicht bald Gäste sehen wird, die den Mâitre darum bitten, die Reste der Ente mit Foie-Gras oder des Kalbsbries mit Perigord-Trüffel zum Nachhause-Nehmen zu verpacken, war bis vor kurzem unvorstellbar. Doggy Bag im amerikanischen Diner okay, Doggy Bag beim Asiaten normal. Aber Doggy Bag im französischen Restaurant Gastronomique? Das wird einigen Köchen und Kellnern auf den Magen schlagen. Hier wird die gehobene Augenbraue im Service die geringste aller Möglichkeiten einer Reaktion ausmachen.


Klar ist, dass die kulinarische Nation Frankreich (und ihre Chefs) mit derart banalen Dingen wie Essen-in-einer-Schachtel-oder-einem-Sackerl-nach-Hause-nehmen ein Problem hat. Doch die Regierung will die Verschwendung von Essen um mehr als die Hälfte reduzieren. Guter Plan. Vielleicht sitzen auch schon ein paar schaue Design-Agenturen bei der Arbeit an schicken Verpackungen, welche die High-End-Chefs ihren Kreationen angemessen finden. Und in Bistros und Brasserien gehört es ohnehin zur Überlebensstrategie nicht alles aufzuessen. 


Text: Alexander Rabl