Ein Gasthaus mit zwei Küchenchefs

Das sympathische Ludwig Van-Team: „Mamsell“ Nora Kreimeyer, Küchenchef Walter Leidenfrost, Souchefin Julia Pimingsberger und Patron Oliver Jauk (v.l.n.r.)






Oktopus




Wiener Kalbskopf







Als PR-Experte hatte Oliver Jauk schon lange mit der Gastronomie zu tun. Jetzt ist er selbst Wirt geworden und hat das Ludwig Van in Wien-Mariahilf übernommen. Eine gute Küche ist im derart wichtig, dass er nicht nur einen, sondern gleich zwei Küchenchefs engagiert hat.

 

Viele Quereinsteiger landen deshalb in der Gastronomie, weil sie irgendwann einmal ihren Traum vom eigenen Gasthaus verwirklichen möchten. Bei Oliver Jauk war es nicht anders. Damit er seinen Traumberuf möglichst lange und möglichst erfolgreich ausüben kann, hat er sich vorgenommen, möglichst professionell vorzugehen und seine Rolle auf jene Bereiche zu beschränken, bei denen er sich wirklich auskennt: „Ich führe das Team an und bin dafür verantwortlich, dass am Monatsende alle Rechnungen bezahlt werden. Und ich bin der Gastgeber, der sich darum kümmert, dass sich möglichst viele Gäste bei uns möglichst wohl fühlen.“

Die Einrichtung des traditionellen Lokals wurde nur leicht entstaubt, auf große Investitionen wurde verzichtet. So blieb der liebevolle Charme des bodenständigen Restaurants erhalten und gleichzeitig konnten unnötige Ausgaben vermieden werden.


Jauk schätzt zwar selbst gute Weine, aber anders als so mancher Neueinsteiger hat er das Thema Weineinkauf und Kartengestaltung an einen Profi delegiert. Der Weinexperte Robert Stark hat einen äußerst attraktiven Mix aus angesagten Kultwinzern, echten Geheimtipps und bekannten Größen zusammengestellt und eine Weinkarte geschaffen, die fair kalkuliert und wirklich spannend ist.


Wirklich entscheidend für das Gelingen eines Gasthauses – soviel war Jauk von Anfang an klar – ist jedoch eine wirklich gute Küche. Eine moderne österreichische Küche, die zwar kreativ, aber nicht zu verspielt, bodenständig und zugleich weltoffen, sowie leistbar aber auch ambitioniert ist, sollte es werden. Mit Walter Leidenfrost, der bei seiner ersten Küchenchefstelle vor zwei Jahren im Weinhaus Arlt gleich eine Haube erhielt, hat Jauk seine Idealbesetzung gefunden. Leidenfrost, der bei Richard Rauch im Steirawirt gelernt und dann in Wien unter anderem im Motto am Fluss und beim Pfarrwirt gearbeitet hatte, wollte jedoch nur ein Service pro Tag kochen. Für eine erfolgreiche Bespielung seines neuen Lokals war es für Jauk jedoch wichtig, auch mittags geöffnet zu haben. Schließlich befinden sich in der näheren Umgebung zahlreiche Büros und Geschäftslokale – Nachfrage gibt es also genug.


Da traf es sich gut, dass sich Nora Kreimeyer, die sich gleich um die Ecke im Wirtshaus der Saint James Apotheke über zwei Jahre lang mit ihrem „Mamsell-Konzept“ eine treue Fangemeinde erkocht hatte, auf der Suche nach einer neuen Spielstätte war. Jetzt gibt es im Ludwig Van von Montag bis Freitag zwei köstliche Mittagsmenüs von Nora Kreimeyer und am Abend dann á la Carte Gerichte oder ein Gourmet-Menü von Leidenfrost. Da kommen dann Gerichte wie Wiener Kalbskopf oder geschmorter Oktopus auf den Tisch – beides genial köstlich und vertraut im Geschmack, aber eben doch deutlich ambitionierter, als man es gemeinhin in einem traditionellen Wiener Gasthaus erwarten darf.

 

6., Laimgrubengasse 22

www.ludwigvn.wien