Fabio Giacobello holt Mailander Baratmosphäre nach Wien


Drei Wochen gab Fabio Giacobello dem Architektenteam Zeit, die zum Restaurant gehörende Bar neu einzurichten. Die Vorbereitungen haben angeblich ein Jahr gedauert. Nun sieht das Ganze ein wenig aus wie ein Set von „Der Partyschreck“ oder „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“.

 

Türkise, urgemütliche Samtbänke und -stühle im Stil der 30er und 50er. Eine leicht psychedelisch wirkende Tapete, handbemalt vom Mailänder Künstlerduo Misha. Darauf an Klimt erinnernde Figürlichkeiten. Diese Bar bringt ein wenig freundlich-sonniges Capri-Flair ins graue Wien.

 

Und der Patron will genau das, sagt er, eine fröhliche ungezwungene Atmosphäre, niedrigschwellig für den Spontangast und die Spontangästin, die sich „kein Chanel-Kleid anziehen muss“, um hier ein paar Cocktails zu genießen.

 

Der Bartender, Ferenc Haraszti, serviert diese Cocktails auf einem sogar im diesbezüglich verwöhnten Wien ungewohnt hohen Niveau. Die Barkarte liest sich verlockend, die Idee, sich hier ab dem Nachmittag gepflegt einen umzuhängen, erscheint so schlüssig wie wenig Anderes.

 

Und dann das Barfood, das sich Giacobello und sein kongenialer Küchenchef Christoph Brunnhuber haben einfallen lassen. Frische, fröhliche, bunte Italianità, wie man sie immer schon wollte. Und in Wien zu selten bekommt.

 

Mit Käse, Safran und Reis gefüllte, gebackene Arancini, köstlich, wunderbare Focaccia mit Prosciutto, die auf den bissfesten Punkt gekochten Spaghetti mit einer süßlich fruchtig-säuerlichen Sauce aus Paradeisern könnten im kommenden Sommer zum Hit der Innenstadt werden. Köstlich auch die richtig schön weichen, fast Lasagne-artigen Maltagliati mit Sugo, wunderbares Comfort Food. 



Text: Alexander Rabl