Faschingsbeginn - Warum essen wir an Fasching Krapfen?

11/11/2020

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Frühling, Sommer, Herbst und Winter – das sind allseits bekannt die vier Jahreszeiten, aber wussten Sie, dass es eine inoffizielle fünfte Jahreszeit gibt? Diese startet am 11. November um 11:11 Uhr, endet am Aschermittwoch (diesmal am 17. Februar 2021) und heißt, richtig: Faschingszeit. Doch warum gibt es eigentlich Fasching, was zeichnet diese Zeit kulinarisch aus und warum essen wir eigentlich Krapfen?

 

WOHER STAMMEN "FASCHING" UND "KARNEVAL"?

Der Begriff „Fasching“ leitet sich vom bereits im 13. Jahrhundert auftretendem „vaschanc“ ab und bedeutet so viel wie „Ausschenken des Fastentrunks“. Fasching sind also die Wochen vor Beginn der Fastenzeit, in denen noch dem Alkoholkonsum und anderen, in der Fastenzeit verbotenen Genüssen gefrönt werden darf.

 

Mit dieser Bedeutung einher geht auch der Karneval. Hier wird vermutet, dass sich der Begriff aus dem mittellateinischen „carnevale“ ableitet, der mit „Fleisch, lebe wohl!“ übersetzt werden kann und ebenfalls an die beginnende Fastenzeit mahnt. Noch ältere Wurzeln sieht man allerdings im „carrus navalis“, dem „Narrenschiff“, das bei festlichen Umzügen mitgeführt wurde.


Chiacchiere, (c) Blazej Pieczynski [buari.com] via commons.wikimedia.org

 

ANDERE LÄNDER, ANDERE SITTEN

Um sich auf den Verzicht in der Fastenzeit vorzubereiten, darf also nach Lust und Laune Deftiges gegessen werden. Daher auch in Fett herausgebackenes Germgebäck wie Krapfen, die sich besonders bei uns in Österreich (eigentlich das ganze Jahr über) großer Beliebtheit erfreuen. Aber richten wir den Blick einmal über die Grenzen hinaus. Wie sieht es in der Faschingszeit kulinarisch in anderen Ländern aus?

 

Italien: Bei den Italienern kommt auch diese Zeit nicht ohne ein Pastagericht aus. Am Faschingsdienstag kommt oft Lasagne auf den Tisch. Köstlich, aber kalorienreich sind auch die „Chiacchiere“, ein frittiertes Gebäck, das in flüssige Schokolade eingetaucht wird.

 

Deutschland: Abseits der Krapfen, die in Deutschland als „Berliner“ über die Ladentheke gehen, geht es auch hier nicht minder deftig zu. Gulasch, Sauerbraten und Kartoffelsalat werden am liebsten aufgetischt.

 

USA: Um für die bevorstehende Fastenzeit gerüstet zu sein, isst man in New Orleans beispielsweise gerne „Jambalaya“, ein Pfannen-Reisgericht mit Huhn und Krabben oder den typischen Eintopf „Gumbo“.

 

Finnland: Wenn es in Finnland dann besonders kalt wird, wärmt man sich zur Faschingszeit am liebsten mit „Hernekeitto“, einer deftigen Erbsensuppe. Im hohen Norden sind allerdings ebenfalls Germ-Gebäcke heiß begehrt, wie zum Beispiel „Laskiaispulla“, die mit Marzipan und Marmelade gefüllt sind.


HIER geht es außerdem zu unserem Krapfentest 2020.