Essen

Gastro-Opening: So lief die erste Woche

Ein Resumee der österreichischen Gastronomie.

Bei Österreichs Feinschmeckern geht der 15. Mai 2020 als Freudentag in die Geschichte ein. Nach zwei Monaten des Lockdowns zur Eindämmung des Coronavirus war es endlich wieder möglich, außer Haus zu speisen, sich im Lieblingsrestaurant bekochen zu lassen, kreative mehrgängige Menüs zu genießen und endlich wieder etwas Ähnliches wie Normalität zu verspüren. Gut, an die geänderten Bedingungen aufgrund der neuen Auflagen muss man sich auch als Gast noch gewöhnen, doch die Masken oder Plexiglasvisiere der Kellner sollen das Genusserlebnis nicht schmälern.

 

„Die Wiedereröffnung lief einzigartig gut ab, da die Gäste hungrig auf Abwechslung und Gastfreundlichkeit waren. Das Haus war voll“, berichtet Emanuel Weyringer vom Restaurant Weyringer Wallersee in Henndorf, Salzburg.

 

Während die Gäste das Re-Opening recht gut annahmen und schon am ersten Abend die Tische zahlreicher Restaurants restlos ausreserviert waren, stehen die Gastronomen der Wiedereröffnung mit gemischten Gefühlen entgegen. Natürlich ist in einem ersten Schritt die Freude groß, aufsperren und Gäste empfangen zu dürfen, Maskenpflicht und besonders die reduzierten Sitzplätze, um den vorgeschriebenen Mindestabstand zwischen den Tischen einhalten zu können, erschweren jedoch einen wirtschaftlichen Betrieb.

 

„Probleme sehen wir in der Maßregelung durch die Regierung. Schutz ist sehr wichtig, jedoch soll man die Eigenverantwortung und die Sicherheit jedes Einzeln nicht durch Verordnungen regeln, sondern den Leuten die Freiheit geben, sich so zu verhalten, dass man sich und den Nächsten schützt. Jeder Unternehmer, gerade in der Tourismusbranche, hat sehr viele hygienische Richtlinien zu befolgen (schon vor COVID-19), womit man dem Gast das Gefühl der Reinheit sowieso übermitteln will und muss“, erklärt Weyringer auf Nachfrage des Gault&Millau.


Sommerwetter für Neustart

Auch im Burgenland wurde die Wieder-Eröffnung von den Gästen gut angenommen. „Die ersten Tage verliefen gut, wir hatten wunderbares Sommerwetter und konnten unseren wunderbaren Gastgarten nutzen“, freut sich Max Stiegl vom Gut Purbach. „Die Gäste sind sehr froh, dass sie wieder fortgehen dürfen, die Maßnahmen hindern niemanden“. Mittags und abends wird im Gut Purbach die gleiche Karte angeboten.

 

Sorgenkind Mittagsgeschäft

Aufgrund der Minimierung ausländischer und touristischer Gäste befürchten zahlreiche Gastronomen jedoch einen erneuten Einbruch in der Nachfrage. Vor allem das Mittagsgeschäft bereitet vielen Restaurants dabei große Sorge. Denn noch immer befinden sich viele der üblichen Mittagsgäste im Home-Office und internationale Geschäftsleute bleiben ebenfalls aus. Ein weiterer Grund, warum viele Betriebe ihren während des Lockdowns aufgezogenen Lieferservice zumindest auch in nächster Zeit behalten werden.

 

Trotz allem gilt es, weiterhin positiv zu bleiben, als Gast die österreichischen Betriebe so gut es geht zu unterstützen und zu hoffen, dass wir alle dadurch sicher aus der Krise kommen oder sogar gestärkt daraus hervorgehen.