Getränk

Gault&Millau 2020: Braumeister des Jahres

Craftbeer-Quereinsteiger aus der Medien- und Kreativbranche gibt es wie Sand am Meer, „das scheint sich irgendwie anzubieten“, sagt Alfried BorkensteinBorkenstein war Grafiker, braute hobbymäßig und machte es 2015 zu seinem Beruf. 


Natürlich braut auch Borkenstein IPA & Co, aber eben nicht nur. Denn im Zuge der diversen Craftbeer-Messen versuchte er, jedes Mal etwas Neues anbieten zu können und kam damit bald auf Sauerbier. Saures Bier? Tatsächlich sind die aus Belgien stammenden, spontan vergorenen Lambic-Biere ganz große Braukunst, eine Vermischung von Handwerk und Zeit, mit einem Wort: Terroir. 


Also experimentierte „Alefried“ mit natürlichen Hefen, mit Brettanomyces- und Lactobazillen, mit Holzfässern, mit Fruchtsuden, „das Überraschende, das Spontane, jede Flasche anders, das ist so spannend – und die Biere schmecken natürlich extrem vielschichtig.“ Seine Sude bekommt Borkenstein von der kleinen Flamberger Brauerei in St. Nikolai im Sausal, er selbst agiert dann quasi als „Affineur“. 


Sein neuestes Projekt: ein in einem 1700 Liter fassenden Amarone-Fass ausgebautes Bier nach Solera-System, das heißt, fertiges Bier wird entnommen, junges nachgefüllt, ein kontinuierlicher Prozess. Nein, das sind keine Biere, die man nach dem Tennis gegen den Durst trinkt. Das sind Biere, die man sich anstatt eines Burgunders aufmacht.


Brauerei Alefried

Alfried Borkenstein

8010 Graz, Rechbauerstraße 24


Foto oben: (c) Brauerei Alefried