Getränk

Gault&Millau Weinguide 2020: Die Sonderpreise

Auch dieses Jahr hat das Gault&Millau-Team rund um Weinredakteurin Petra Bader wieder einige Sonderpreise vergeben:


Wein des Jahres

2016 Blaufränkisch Mariental

Weingut Ernst Triebaumer, Rust


Wie kaum ein zweiter Rotwein steht der Mariental der Triebaumers für die Sorte Blaufränkisch und für Österreich. Seine Attribute: Spannung, Struktur und Tiefgründigkeit. Die Familie begleitet ihn das Jahr über in ihrer ganz eigenen, kompromisslosen Art.


(c) Ernst Triebaumer



Alternativer Wein des Jahres

2017 Sauvignon Blanc Numen Fumé Blanc

Johannes Zillinger, Velm-Götzendorf


Das Herz des Winzers hängt besonders am Sauvignon Blanc. Der Numen Fumé Blanc ist für ihn das Statement eines ganz eigenen Sauvignonstils, abseits aller Konventionen. Die Trauben stammen von der Ried Kellerberg, wo die Zillingers 2004 speziell selektierten Sauvignon auf Zweigeltunterlagen veredelt haben.


(c) Johannes Zillinger



Ausnahmewinzer der Jahres

Karl Schnabel

Gleinstätten, Südsteiermark


Karl Schnabel ist ein echter, gerader und unangepasster Typ, ganz so wie die Weine, die er macht. Kompromisse einzugehen ist nicht das Seine. Gut so. Hinter diesem ersten Eindruck verbirgt sich ein Mensch mit viel Gefühl für die Natur, mit großem Bewusstsein und Sensibilität für das ihm anvertraute Land. Schnabels Weingut liegt im südsteirischen Sausal.


(c) Karl Schnabel



Kollektion des Jahres

Knoll

Dürnstein, Wachau


Emmerich Knoll nennt 2018 einen Überraschungsjahrgang. Vieles, was allgemein befürchtet wurde, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Im Frühjahr trieben die Reben zeitig aus, der Sommer war lang und besonders heiß, die Ernte startete so früh wie kaum je zuvor. Wer gut gearbeitet hatte, wurde mit Weinen voll präziser Kraft, Geradlinigkeit und schöner Lagentypizität belohnt. Im Fall des Weingutes Knoll kommt eine herrliche Eleganz dazu. Es entstand schlicht eine fantastische Serie, die sich in die Knoll’sche Kultweinriege mühelos einreiht.


(c) Petr Blaha



Entdeckung des Jahres

Casa Amore Wein - Armin Kienesberger

Schlüßlberg, Bergland


Der Quereinsteiger machte eine Ausbildung als Weinbau- und Kellermeister in Krems und absolvierte ein Praktikum im Weingut Schmelzer in Gols. Dort wurde er endgültig von der Weinmacherei mit wenig Intervention überzeugt. Kienesbergers Trauben werden per Hand geerntet und danach ohne viel Aufhebens zu ausdrucksstarken Weinen vinifiziert. Zur Palette gehören neben klassischen, reinsortigen Beispielen auch ein herrlicher Pét Nat und zwei maischevergorene Naturals.


(c) Casa Amore Wein



Weinkarte des Jahres

Burg Vital Resort, Lech am Arlberg


5000 verschiedene Weine liegen insgesamt in den hauseigenen Weinkellern. Darunter viele, die der junge Patron Maximilian Lucian und sein talentierter Sommelier Michael Bauer noch nicht als trinkreif erachten oder die als Geheimtipps für besondere Momente weiter schlummern dürfen.Es ist schwer möglich, auf dieser außergewöhnlichen Weinkarte nicht fündig zu werden. Ein Schatz von unglaublichem Wert.


(c) Burg Vital Resort



Weinkarte des Jahres - Schwerpunkt Österreich

Sodoma, Tulln


Der passionierte Wirt ist und war schon immer ein großer Kuppler zwischen der Küche und dem österreichischen Wein. Seine Empfehlungen sind auf dem Punkt, die Weinkarte eine Fundgrube des Allerbesten, was hierzulande gekeltert wird. Und das in einer sehr guten Angebotsbreite und vor allem in einer großen Jahrgangstiefe.


Patronanz: Österreich Wein Marketing




Sekt des Jahres

2015 Grüner Veltliner Brut Nature Große Reserve

Zuschmann-Schöfmann, Martinsdorf


Er war die große Überraschung in unserer heurigen Sekt-Blindverkostung.Gratulation an Else Zuschmann und Martin Schöfmann für ihren fantastischen Winzersekt, einen Grünen Veltliner aus dem Jahr 2015, den sie angenehmerweise brut nature belassen haben. Die Trauben dafür stammen aus den organisch-biologisch bewirtschaftete Lagen rund um ihren Heimatort Martinsdorf. Diese wurden händisch geerntet, Ganztraubenpressung und die Abtrennung des Pressmostes sind weitere wichtige Faktoren für die hohe Qualität. 32 Monate reifte der Sekt nach der zweiten Gärung in der Flasche, bevor er im Dezember 2018 degorgiert wurde. Herrlich sind die klassische Veltliner-Würze und die feinen Autolyse- Töne durch die zweite Gärung. Daneben: eine zarte Apfelfrucht und viel Finesse. Der Sekt ist geprägt von Eleganz, er spiegelt seine Herkunft wundervoll wider und lässt sich als idealer Speisenbegleiter einsetzen. Aber auch einfach so ist er schlicht perfekt.


(c) Steve Haider