Gemeinschaftsgefühl - Ein Schlüsselbegriff in Kulinarik & Psychologie



Essen kann einen besonders sozialen Moment darstellen. Wichtige Themen werden oft besprochen, wenn man gemeinsam an einem Tisch sitzt und gutes Essen genießt. Es entsteht ein Ort der Begegnung und des Vertrauens, ein Gemeinschaftsgefühl – nicht nur zwischen Geschäftspartner oder Freunden, sondern vor allem innerhalb der Familie.

 

Das Gemeinschaftsgefühl, wenn auch in einer etwas Bedeutung, bildet auch einen Schlüsselbegriff in Alfred Adlers Individualpsychologie, dem die Münze Österreich nach Sigmund Freud die zweite Goldmünze aus der Serie „Wiener Schulen der Psychotherapie“ widmet.

 

Die Rückseite der detailreich gearbeiteten Münze aus ¼ Unze Gold ist eben diesem Schlüsselbegriff der Gemeinschaft gewidmet, der anhand einer Kleinfamilie – bestehend aus Vater, Mutter und Kind – veranschaulicht wird. Durch die Blickkontakte der drei Personen wird deren mitmenschliche Verbundenheit symbolisiert.

 

Adlers Theorie zufolge ist das Gemeinschaftsgefühl jedem Menschen angeboren. Es entwickelt sich jedoch im Laufe eines jeden Lebens individuell, abhängig von der Art der Gesellschaft, in die man hineingeboren wurde. Dem Kind liegt ein „geheimer Lebensplan“ zugrunde, dem es sich aber selbst nicht bewusst ist.

 

Ein Porträt des 1870 in Wien geborenen Arztes und Verfechters der zweiten Wiener Schule der Psychotherapie ziert die Wertseite dieser besonderen Münze. Anders als Sigmund Freud, der den Menschen als der Macht des Unbewussten ausgesetzt betrachtete, glaubte Alfred Adler an das Vermögen des Individuums, sein Leben selbst zu bestimmen. Er begriff den Menschen als Einheit von Körper, Seele und Geist und gilt deshalb auch Pionier der Psychosomatik.