Geschmackvolles Line-Up bei Juan Amador

Amador mit den Gästen Elverfeld, Borma, Henkel und Hanner sowie Reinhard Hanusch von Lohberger.





Die Geschichte dieser Idee reicht ein paar Jahre zurück. Einst lud Heinz Hanner seine Kochkumpels aus Deutschland zu einem gemeinsamen Abend ins Restaurant Hanner nach Mayerling. Unter den anwesenden Gastköchen auch Juan Amador, damals schon für sein Restaurant Amador in Deutschland höchstdekoriert und mit dem Ruf ausgestattet, einer der wenigen zu sein, die das Thema Molekular irgendwie so gut hinbekamen, dass die Gäste darüber mehrheitlich begeistert waren. Molekular ist nun längst passé. Auch für Juan Amador.
 
Aber die Erinnerung an das, auch von den Hanner-Gästen dankbar und mit Begeisterung angenommene, Line-Up blieb Amador im Gedächtnis. Deshalb dachte er, es sollte eine Neuauflage her. Nicht in Mayerling, sondern in Grinzing. Vor kurzem passierte es dann. Das Line-Up der Bekannten und Freunde, die aus Deutschland und Holland angereist waren, war beachtlich, und es nimmt ein wenig Wunder, wie wenig medialen Staub der Event aufwirbelte. Es war dann eben wirklich ein freundschaftliches Miteinander, bei dem halt nebenbei ein bisschen großartig aufgekocht wurde. Kein Fernsehen, kein Radio, kein Bloggeraufkommen.
 
Jacob Jan Borma reiste aus Holland an, Nils Henkel und Sven Elverfeld waren aus Deutschland gekommen. Und Heinz Hanner, quasi als Ehrengast, steuerte den Hauptgang bei: Natürlich Taube, früher einer seiner Signature Dishes, diesmal mit einer phantastisch komponierten Bärlauchsauce, die mit den Banalitäten, die mit diesem Frühlingskraut angestellt werden, rein gar nichts zu tun hatte. Vorher brillierten Borma mit einem Teller aus Hiramasa Kingfish mit einem sensationellen Sorbet mit Teriyaki-Aromen, Henkel mit einem kleinen Lobster mit Kokos und Erbse, sowie Elverfeld mit Neusiedlersee Zander mit Bohnen und Speck, einem so filigranen wie gelungenen Gericht.
 
Man wunderte sich aber auch nicht wirklich, dass Amador und sein Küchenteam unhöflicherweise den Gastköchen die Schau stahlen, etwa sich mit einem Arroz Negro mit Carabiniero und Herzbries als wahre Meister im Saucenmachen erwiesen. Heimvorteil. Und die geeiste Beurre Blanc mit Gold Kaviar, einer der aktuellen Kreationen in Amadors neuem Restaurant - sie schmeckte köstlich.
 
Falls Sie bis jetzt brav zu Ende gelesen haben, erfahren Sie, dass dieses Miteinander von kochenden Freunden der Auftakt zu einer Serie von Gastspielen im Hause Juan Amadors war. Die Fortsetzung findet am 25.6. mit Peter Knogl aus Basel statt. Die Herren Dieter Koschina und Hans Neuner aus Portugal sowie Paolo Casagrande aus Barcelona (Lasarte) stehen bereits auf der Liste.


Text: Alexander Rabl