Gourmet-Paradiese Gailtal und Lesachtal

Der Besucher des Tales, das sich von Hermagor bis Kötschach-Mauthen hinzieht und schließlich bis Maria Luggau fortsetzt, kann es nicht fassen. Soviel Qualität, so viele beherzte Bauern, Produzenten und kulinarische Handwerker auf so wenigen Quadratkilometern hat er noch nie erlebt.
 
Vom Besuch der von Gault&Millau mit 16 Punkten und zwei Hauben ausgezeichneten Adressen wie dem Bärenwirt in Hermagor und dem Landhaus Sonnleitner und Bachmanns wunderbaren Lachswaren abgesehen, gibt es hier so viel zu sehen, zu erfahren und zu kosten (wie auch zu kaufen), dass eine Woche eigentlich nicht reicht.
 
Anbei ein paar Tipps von Spezialitäten, die in der als Slow Food Travel ausgezeichneten Region eine kleine Reise durchaus rechtfertigen.
 
Wunderbare Rohmilchbutter und Käse von der Alm
Selbst auf der Alm aus der täglich frisch gemolkenen Milch der Kühe Butter und Käse machen ist das eine, aus der Milch aber Butter und Käse machen, die geschmacklich der Hammer sind, ist das andere. Auf der Bischofalm kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Man schmeckt die Kräuter, die Wiesen, das Wellbeing der Kühe und die Handwerkskunst der Senner bei jedem Bissen. Ein Besuch auf der Alm schmerzt Fußsohlen und/oder Auto, ist aber mehr als lehrreich. Den Käse und die Butter gibt es auch im Dorfladen in St. Daniel sowie bei Edelgreissler Herwig Ertl in Kötschach-Mauthen
 
Bischofalm
Familie Josef und Barbara Warmuth
Würmlach 24, Kötschach-Mauthen 9640
Tel.: 43 4715 319
 
 
Weißer Mais für köstliche Polenta
Sepp Brandstätter holte vor Jahrzehnten mit Hilfe der Boku Wien den weißen Mais aus der Versenkung. Die Polante vulgo Plentn, die er daraus gewinnt, ist der Verwandten aus dem gelben Mais geschmacklich weit überlegen. Eine eigene Erfahrung, zu der Sissy Sonnleitner die Rezepte beigesteuert hat.
 
Josef Brandstätter
Würmlach 37, 9640 Kötschach-Mauthen
Tel.: 04715 8358
 

Hat nicht jeder: Weißer Mais von Sepp Brandstätter aus Würmlach.

 
Die besten Kasnudeln der Welt
Das Krendln beherrschen die liebenswerten Daberer-Schwestern in diesem ebenso schmucken wie feinen Gasthaus perfekt. Die Fülle ihrer vielfältig komponierten Nudeln muss man probiert haben. Im Oktober dann Kudel-Mudl, ein Fest der Nudelfreunde, die sich hier auf Ungewöhnliches einstellen dürfen.
 
Gasthof Grünwald
St. Daniel 17, 9635 Dellach, Gailtal
Tel.: 04718 677
 
 
Spitzenware aus dem Dreiländer-Eck
Herwig Ertl, der Botschafter des köstlichsten Ecks von Kärnten, wie er sich selbst sieht, hat in seiner Greisslerei ein Sammelsurium hervorragender Bauern, Produzenten und Winzer aus dem Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Italien etabliert. Verkosten kann man vor Ort. Schwierig, hier nicht mit prall gefüllten Einkaufstaschen abzuziehen.
 
Hauptplatz 19, 9640 Kötschach-Mauthen
Tel.: 04715 246
 
 
Brot und Gebäck abseits des Mainstreams
Diese Bäckerei ist ein Statement gegen Backmischungen aus der Industrie und Massenware. Probieren Sie das Brot, die Semmeln und die herrlichen Cracker, etwa aus Waldstauden, die so gut zu den Käsen und dem Speck aus der Gegend passen.
 
Bäckerei Matiz
Kötschach 24, 9640 Kötschach-Mauthen
Tel.: 04715 357
 
 
Bestes Fleisch, Würste und Schinken aus dem Lesachtal
Markus Salcher ist gleichzeitig Bauer und Metzger. Besessener Fanatiker der Qualität. Der Beinschinken ist einmalig gut. Mit Herwig Ertl und Josef Zotter schuf Salcher den vor Geschmack und Umami strotzenden Energydrink „Zack“, ein Umami-haltiges Etwas aus dem Substrat der Rinder. Der Betrieb ist ein Lehrstück, wie Landwirtschaft gehen kann, wenn sich gescheite Leute dem Thema widmen.
 
St. Lorenzen, 9654 St. Lorenzen im Lesachtal

Tel.: 04716 2274


Text: Alexander Rabl