Hunde und Katzen als Restaurant-Essen – La Table Suisse

                                                                                                                



Restaurant-Fake mit Hunden und Katzen narrte Online-Nutzer


Ein Schweizer Restaurant, in dem Katzen und Hunde als Spezialitäten zubereitet werden? Im Netz gab es das und die meisten, die auf der Seite des „La Table Suisse“ landeten, mögen den Versprechungen ausgefallener Speisen wie „Mostbröckli vom Hund“ geglaubt haben. Doch das alles war ein Hoax, ein Teil einer Internet-Kampagne.


Doch bevor der Spaß aufgeklärt wurde, gingen Tausende Facebook-User der Meldung in den sozialen Medien auf den Leim. Diese führte zu einer Website des La Table Suisse. Und dort las und sah man Ungewohntes.


Ein Filmchen, das wunderbar an die elegischen Videos vor allem vieler Nordic cuisine-Lokale erinnert, beschreibt die Zubereitung von Hunden und Katzen und schwärmt von autochthonen Gerichten klassischer Schweizer Küche, in denen beide Haustiere die Hauptrolle spielen.


Nicht verwunderlich, dass der Shitstorm, also die Aufregung samt Hasstiraden und Drohungen, der diesem an sich harmlos inszenierten, aber doch provokanten Auftritt folgte, gewaltig war.


Klar, Hunde und Katzen als Essen im Restaurant sind ein Gedanke, der die meisten Europäer überfordert, ja, anwidert. Wir wissen: In China und anderen Gegenden gelten beide als durchaus essbar. Geschmäcker und deren kulturelle Hintergründe sind verschieden.


Doch zurück zum „Table Suisse“: Als Initiatoren des gefälschten Restaurantauftritts entpuppten sich der deutsche Vegetarierbund Vebu und die Kampagne "Beyond Carnism". Das Ziel: "Karnismus" zum Thema machen.


Hinter dem Begriff  verbirgt sich ein Thema, das oft von der Harvard University stammenden Sozialpsychologin Melanie Joy behandelt wird. Sie definiert den Begriff als das Phänomen, das viele Menschen in westlichen Ländern kein Problem mit dem Verzehr von Schwein, Huhn und Rind haben, aber bei Katzen und Hunden eine Grenze ziehen.


Fest steht: Der „Table Suisse“ wird also niemals von den Schweizer Kollegen einem Test auf Punkte und Hauben unterzogen werden können, weil es ihn gar nicht gibt. 


Text: Alexander Rabl