Japanische Tötungsmethode für Fische



Die schonendste Methode einen Fisch zu töten kommt aus Japan und nennt sich "Ikejime".


Ike-Jime oder wie ein Fisch getötet werden will


Die japanische Tötungsmethode von Fischen, genannt Ike-Jime, gilt als die schonendste, wenn man so will, als humanste Tötungsmethode der Welt. Wenn sie beherrscht wird, so heißt es, spürt der Fisch nahezu nichts. Er gleitet vom Diesseits in Jenseits ohne eine Spur von Stress. Die Vermeidung von Stress beim Töten hat wiederum nicht nur mit Ethik im Umgang mit Tieren, sondern auch mit Produktqualität zu tun.


Heinz Reitbauer vom Wiener Steirereck vertraut bei Süßwasserfischen schon längere Zeit auf Ike-Jime, denn die Methode garantiert ihm besseres Fleisch und Aroma. In Europa findet die Methode zur Zeit auch andere Nachahmer.


Was bedeutet Ike-Jime? Das Fisch wird mit einem gezielten Stich ins Hirn buchstäblich lahmgelegt. Er ist sofort hirntot. Ein Spieß wird ins Rückenmark eingeführt, sodass die Nerven die Muskeln nicht mehr zucken lassen. Das Hormon Adenosin Trophosphate gelangt nicht in die Muskeln, was diese andernfalls sauer werden ließe.  


Das Blut zieht sich aus dem Fisch in seine Innereien zurück. Es wird später, wenn der Fisch auf 2 bis 4° gekühlt ist, aus dem Bauch des Fisches entfernt. Blut im Fleisch eines getöteten Fisches bringt manchmal modrig-muffige Geruchsaspekte mit sich.


Die Methode des Ike-Jime benötigt mehr Zeit, als der übliche Schlag mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf des Fisches oder auch der Schnitt durch die Kehle. Doch das Resultat ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Der Fisch leidet weniger, sein Fleisch lohnt die Mühe mit mehr Aroma und Qualität.



Text: Alexander Rabl