Jörg Wörther: Eine Legende musste von uns gehen

Gestern Abend erreichte Österreichs Gastronomieszene die traurige Nachricht: Die Gasteiner Kochlegende Jörg Wörther ist nach langer Krankheit und im Alter von nur 62 Jahren verstorben. Damit musste eine Ikone der heimischen Küche von uns gehen, ein Wegbereiter, ein Revolutionär.

 

Bereits 1990 wurde Jörg Wörther von Christian Millau als Gault&Millau Koch des Jahrzehnts ausgezeichnet. 1999 wurde er zum Gault&Millau Koch des Jahres gekürt. Während sich der Salzburger schon damals für regionale, produktbezogene und gentechnikfreie Küche einsetzte, bleibt in unseren Erinnerungen der berühmte Satz von Christian Millau zurück, den er als Gast in Wörthers Restaurant von sich gab:


„Ce sont les plus merveilleux Sellerietascherl du monde." - "Das sind die besten Sellerietascherln der Welt."

Was heutzutage wieder als höchst brisantes Thema gilt, war für damalige Zeit vorausschauend, wegweisend und gleichzeitig umwälzend. Bei Wörthers Küche stand stets das jeweilige Produkt mit seinem Eigengeschmack im Vordergrund. Dabei mit dem regionalen als auch saisonalen Angebot zu gehen, war für den Vier-Haubenkoch unverzichtbar.


"Das Produkt ist der Kaiser, der Koch kann nur König sein." 
(Jörg Wörther)

Jörg Wörther und sein unaufhaltsamer Weg

Jörg Wörthers Laufbahn begann bereits fulminant: Mit erst 25 Jahren wurde Wörther zum Küchenchef im Grand Hotel in Bad Gastein ernannt. Nach Stationen, wie bei seinem Vorbild und Mentor Eckart Witzigmann in München, war er unter anderem im Restaurant Tantris sowie im Hotel Sheraton erfolgreich tätig. 1982 kehrte er Deutschland den Rücken und zog zurück in seine Heimat Bad Gastein. Dort führte er mehrere eigene Haubenlokale. 1997 gelang es ihm in seinem nach ihm benannten Restaurant im Schloss Prielau in Zell am See direkt vier Hauben zu erkochen – ein hohes Niveau, das er ohne Probleme bis 2003 halten konnte. Mit diesem Jahr beendete er auch das Pachtverhältnis und entwickelte das Salzburger Carpe Diem. Anschließend fungierte er als Selbstständiger für kulinarische Projekte.


Österreichs Gastronomieszene in tiefer Trauer

Mit Sepp Schellhorn, ehemaliger Schüler von Wörther, Haubenkoch und Hotelier trauert nun die gesamte Gastronomieszene um einen brillanten Wegbereiter.


„Einer der Großen dieses Landes ist gegangen. Ich habe von ihm viel gelernt. Wir sind Freunde geworden. Da drüben machst du jetzt Deine Sellerietascherl, wo immer es ist. Machs gut Jörg.“ 


In ewiger Erinnerung und in tiefer Dankbarkeit, für alles, was Jörg Wörther für die Entwicklung der österreichischen Gastronomie und Kulinarik getan hat, nehmen auch wir Abschied von einer Kochlegende der Superlative. Danke für alles, was du für uns getan hast.

 



Credit Titelfoto: Peter Angerer, Text: Franziska Ettmeier