Jörg Wörther kocht im Seehof in Goldegg

Was für eine wunderbare und leider kaum mehr zu lesende Speisenkartensprache: „Gemse und Hirsch im Herbstgemüse“, „Hecht im Schmorsaft“ und „Nußschmarren glaciert und Honigobers“. Gemse übrigens Rechtschreibung bis 1996. Und wer schon länger als ein paar Jahre in den besten Restaurants des Landes verkehrt, dem ist klar: Diese Gerichte wurden von Jörg Wörther aufgeschrieben.
 
Der Meister gibt am 26. Oktober ein einmaliges Gastspiel bei seinem ehemaligen Mitarbeiter und Schüler Sepp Schellhorn im Seehof in Goldegg. Gemeinsam mit Schellhorn und dessen wunderbarem Küchenchef René Leitgeb stellt Wörther ein Menü auf die Beine, das die Herzen seiner Fans höher schlagen lässt.
 
Ja, es wird Zander geben, gebeizt mit Paprikaspiegel und Zandernockerl. Ja, es wird Artischocke geben, mit Estragon-Hollandaise und Butterbrösel. Die alten Klassiker aus Schloss Prielau, wo Wörther einst täglich zu Höchstformen auflief.
 
Es ist vielleicht das letzte Mal, dass Wörther so einen Auftritt hinlegt, der sensibel-verrückte Koch, für viele, die die letzten vier Jahrzehnte des österreichischen Küchenwunders miterleben durften, der beste Koch des Landes. Und einer von Gault&Millaus „Köchen des Jahrzehnts“ neben Österreicher, Reitbauer und den Obauers.
 
Ein paar Plätze könnte es noch geben für den 26. Oktober im Seehof. Vielleicht auch nur auf der Warteliste.
 
Und wenn Sie schon mal in der Gegend sind: Am 27. Oktober gibt im Seehof Tian-3-Hauben-Chef Paul Ivic ein Gastspiel und zeigt, was er aus den Gemüsen des Seehof-Gartens macht, bevor dieser sich dann für kurze Zeit in den Vorwinterschlaf begibt.
 
Der Seehof
Hofmark 8, 5622 Goldegg
Telefon
06415 81370


Text: Alexander Rabl