Kalk & Kegel: Spitzensommeliers gründen eine Plattform


Die Herren Thomas Juranitsch, Timo Muliar, Steve Breitzke, Matthias Petra, Benjamin Edthofer, Andreas Katona und René Antrag.


Sie sind allesamt beinharte Individualisten, die allerdings eine Leidenschaft eint und zwar die Liebe zum Wein. Restaurants wie das Steirereck, Silvio Nickol, Juan Amador, MAST, Heunisch & Erben, Döllerer und Weinbank wären ohne diese Persönlichkeiten undenkbar. 50 der besten Sommeliers im deutschsprachigen Raum geben sich ein gemeinsames Sprachrohr, eine Plattform zur Kommunikation untereinander und zur Selbstdarstellung nach außen. Sie hört auf den Namen „Kalk & Kegel“ und dient dem Netzwerken einerseits, der Verbreitung und Kommunikation von Wissen und Neuigkeiten andererseits.

 

Bei einer Pressekonferenz im Steirereck übte Steirereck-Sommelier René Antrag auch sanfte Kritik am Selbstbild der Sommeliers in der Branche. „Österreichs Sommelerie steht gut da, vor allem in der Spitze. Aber die Branche hat in den vergangenen Jahren einiges an Spirit eingebüßt. Es wurde versucht, das Berufsbild zu standardisieren. Gleichzeitig haben wir damit aber an Individualität verloren“, sagt er.

 

Mit dabei ist das Who-is-who der Sommelerie: René Antrag (Steirereck), Matthias Pitra und Steve Breitze (MAST), Christian Zach (Die Weinbank), Andreas Katona (Amador), Alexander Koblinger (Döllerers Genusswelten), Thomas Juranitsch (Silvio Nickol, Coburg), Markus Gould (Heunisch & Erben), Gerhard Retter (Cordobar, Fischerklaus Lütjensee), Marco Franzelin (Vendome, Joachim Wissler) und viele weitere mehr. Worum es bei Kalk & Kegel hauptsächlich geht, ist die Vermittlung von Wissen. Denn das ist es unter anderem, was einen Sommelier für die Gäste und damit für seine Arbeitgeber in der Gastronomie wertvoll macht. Er weiß einfach mehr oder im besten Fall ziemlich alles über Wein. Und wenn man ihn lässt, prägt er die Persönlichkeit eines Lokals ebenso wie der Küchenchef.

 

Die Sommeliers selbst fungieren als Autoren für die Plattform www.kalkundkegel.com - das garantiert Infos aus erster Hand. „Durch unsere tägliche Arbeit am Gast und den intensiven Austausch mit den Winzern sind wir sehr nah an den Themen dran. Ein Wissensvorsprung, den wir für die gesamte Branche zur Verfügung stellen“, sagt Christian Zach, Sommelier in der „Weinbank“ in Ehrenhausen. Und fügt später im persönlichen Gespräch hinzu: „Es gibt noch einiges zu tun, wenn wir in Österreich und Deutschland unser professionelles Selbstbild schärfen wollen.“


Text: Alexander Rabl