Partnerschaft

Kampf gegen Lebensmittelverschwendung


Schätzungen der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen zufolge wird etwa ein Drittel der produzierten Lebensmittel entlang der gesamten Wertschöpfungskette entsorgt. Um die Menge zu verdeutlichen: Würden diese Produkte nicht entsorgt, wäre die Ernährung von etwa 3,5 Mrd. Menschen möglich. Ungeachtet der Ressourcenvergeudung entstehen auf diese Weise vermeidbare Emissionen, die zu negativen Effekten für das Klima führen.

 

In Österreich landen jährlich Lebensmittel im Wert von über einer Milliarde Euro im Müll, von den österreichischen Haushalten alleine entspricht das einer Menge von über 150.000 Tonnen. Weitere 175.000 Tonnen Lebensmittelabfälle sind der Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Hotellerie zuzurechnen. Gründe dafür sind unter anderem zu hohe Ansprüche der Konsumenten und unüberlegtes Einkaufsverhalten, schlechte Lagerung bzw. Transportlogistik.


Wie kann ich einen Beitrag leisten?

Die Österreichische Initiative „Lebensmittel sind kostbar“ des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus arbeitet laufend an Lösungsmöglichkeiten und Maßnahmenpaketen für die Sensibilisierung und aktive Vermeidung der Verschwendung von Lebensmitteln.

 

Um aktiv einen Beitrag zu leisten, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten und Aktionen gegen „Food waste“, sei es die Weitergabe von Lebensmitteln (Food sharing), bewusster Konsum (etwa durch Wochenplanung und Einhalten der Einkaufsliste) oder die Unterstützung der österreichischen Tafeln, die jährlich rund 900.000 kg Lebensmittel retten und um die 26.000 Armutsbetroffene versorgen.

 

Auch eine App hat es sich in Kooperation mit gastronomischen Partnerbetrieben zum Ziel gesetzt, der Wegwerfgesellschaft den Kampf anzusagen: „Too Good To Go“. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das bereits in 11 Ländern verfügbar und Europas größte App gegen Lebensmittelverschwendung ist.


 

Die App ermöglicht es, Betrieben wie Bäckereien, Restaurants, Cafés, Hotels und Supermärkten, ihr überschüssiges Essen zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer zu verkaufen. So entsteht eine Win-Win-Win-Situation: Ausgezeichnetes Essen für die Kundschaft, weniger Verschwendung für die Betriebe und Ressourcenschonung für die Umwelt. Seit Anfang 2016 wurden weltweit 19,1 Millionen Mahlzeiten gerettet, was 48.471 Tonnen eingespartem CO2 entspricht.

 

Das Too Good To Go Überraschungssackerl

Am Ende des Tages werden überschüssige Lebensmittel, die die Partnerbetriebe nicht verkaufen können, aber noch vollkommen genießbar sind, in das Überraschungssackerl von Too Good To Go gegeben. Über die App können Nutzer auswählen, von welchem Betrieb sie Lebensmittel retten wollen und bezahlen über die App nur etwa ein Drittel des tatsächlichen Wertes des Sackerlinhalts. Das Überraschungssackerl kann man schließlich während eines vereinbarten Zeitfensters direkt beim Betrieb abholen. Am besten gleich ausprobieren.

 


Quellen und weiterführende Links:

https://www.bmnt.gv.at/land/lebensmittel/kostbare_lebensmittel/Lebensmittel-sind-kostbar4.html 

(Stand: 9.10.2019)

 

BMNT_Aktionsprogramm_lebensmittel_sind_kostbar_BF_08_2019

 

https://toogoodtogo.at/de-at 

(Stand: 9.10.2019)


Text: Isabella Udovc