Kulinarische Lektüre für den Sommer















Für den Strand, für die Reise oder zum Nachkochen: Diese Bücher sollten Sie Ihrer Reisetasche und Ihrer Bibliothek einverleiben. Aber vor allem sollten Sie sie lesen.
 
Die Forelle kocht
Hannes Müller und Martin Nuart preisen in ihrem ersten Kochbuch den Umgang mit Saisonalität und Natur. Zwischen den Rezepten gibt es fein geschriebene Portraits von Fischern, Landwirten und anderen, die den beiden Küchenchefs der Forelle zu ihren unverwechselbaren Zutaten verhelfen. Dabei sind es nicht nur die Fische aus dem See und den angrenzenden Flüssen, die mit Verve, Ideenreichtum und Sensibilität zubereitet werden, es sind auch Gemüse und Wild, sowie Schafe und Schweine, die zum Auftritt kommen. Spannend, wie dabei das Thema Nachhaltigkeit ins Spiel kommt. Beide, Müller und Nuart, hassen Verschwendung und zaubern aus Resten immer wieder neue Köstlichkeiten. Nachkochen zu Hause erwünscht, sofern Sie an vergleichbares Rohmaterial herankommen.
 
Lebensmittelpunkt Weissensee
Von Hannes Müller und Martin Nuart
Krenn Verlag



Die Dolomiten sind angerichtet
Culinarium Tyrolensis nennt sich ein grenzüberschreitendes Konsortium zwischen dem Osttiroler Teil des Lesachtals, dem Vilgratental und dem Teil Südtirols, der sich gleich hinter der Grenze befindet. Markus Holzer, Chris Oberhammer, Sommelier und Autor André Cis und der Patron und Küchenchef Josef Mühlmann haben jetzt Lokalpatriotismus und ihre Liebe zu den Bergen als Buch herausgebracht. Eine Menge Geschichten, Altes und Neues, und viele Rezepte finden sich darin. Besonders Freude machen dabei die Rezepte mit Polenta, Zwiebel, Erdäpfeln, Gerste, eingelegtem Gemüse oder auch mal eine gebratene Forelle vom Oberstallersee. Am liebsten würde man sofort die Koffer packen und hinfahren. Tun Sie’s.
 
Culinarium Tyrolensis
Die Küche der Dolomiten
Velatum Verlag
 
 
Bekenntnisse eines Wutkochs
Franz Keller gehörte zu den mit allen möglichen Auszeichnungen der Restaurantguides versehenen Küchenchefs. Er rangierte eine Zeit lang neben Größen wie Witzigmann oder Winkler. Bis es ihm eines Tages reichte. Der Jagd nach Sternen und Hauben wollte er zumindest für seine Person ein für alle Mal ein Ende setzen. Qualität sieht für den Koch und Patron der „Adler Wirtschaft“ anders aus, sie bezieht sich nicht nur auf das Wie der Zubereitung, sondern auch auf das Was, also die Tiere beispielsweise, die Keller selbst züchtet. Mit von ihm als ahnungslos bezeichneten Testern geht er ebenso hart ins Gericht wie mit der Nahrungsmittelindustrie. Oder wie er es sagt: Essen ist Politik.
 
Franz Keller
Vom Einfachsten das Beste
Westend


Text: Alexander Rabl