Mehr vom guten Joseph Brot

Joseph Weghaupt in der neuen Backmanufaktur in Burgschleinitz im Waldviertel.

Wie Joseph Weghaupt auf die steigende Nachfrage reagiert


Die Zeiten, als sich die Wiener mit Fabriksbroten der geschmacklos-lieblosen Art abspeisen lassen mussten, sind vorbei, seitdem einige beherzte Bäcker die Kultur des Backens zurück in die Hauptstadt brachten. Mit dabei unter anderem der Unternehmer und Bäcker Joseph Weghaupt, dessen Joseph Brot ein beispielloser Erfolgsweg ist. Es findet sich neben den Broten von Kasses und Gragger und vielen anderen kleinen Bäckern selbstverständlich auch auf dem Brotwagen des Steirerecks, einem Kompendium der Brotkultur.


Die Nachfrage nach gutem Brot aus Bio-Produktion ist in letzter Zeit so gestiegen, dass Joseph Weghaupt Probleme mit den Produktionskapazitäten hatte. Er begab sich auf die Suche nach einer neuen Produktionsstätte und wusste, dass es nicht leicht sein würde.


Im Waldviertel, genauer gesagt in Burgschleinitz, wurde er fündig. Perfekte Umgebung für gutes Brot – Landluft, viel Platz, Felder, Wiesen. Auf 1.800 Quadratmetern wurde eine schicke, mit allerlei Glasfronten versehene, Manufaktur errichtet. Kostenpunkt: fünf Millionen Euro.


An der Produktion des Brotes ändert sich naturgemäß wenig, so wie Weghaupt sie beschreibt: "Für die Produktion braucht es biologische Rohstoffe, Teigrührmaschinen, Backöfen und jede Menge Hände."


Ein paar Zahlen zum Vergleich: 39 Mitarbeiter vor Ort, pro Jahr pro Mitarbeiter 26.000 Stück Brot. 24.000 Stück sind es in der Industrie, allerdings nicht pro Jahr, sondern pro Stunde. Sauerteigbrot braucht nicht nur Liebe bei der Zubereitung, sondern auch Zeit. 48 Stunden darf der Teig ruhen. Auch das macht den Unterschied zur Industrieware.


Text: Alexander Rabl