Osterpinze oder Reindling – was darf es zur Osterjause sein?

25/05/2016

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Osterpinze oder Reindling - was darf es zur Osterjause sein? 


Was den Kärntnern ihr Reindling (siehe Bild) ist den anderen Österreichern ihre Pinze (nicht im Bild).


Die Frage, die alle Osterhasen bewegt: Osterpinze oder Kärntner Reindling?


Das Ende ist nah, gemeint ist das Ende der Fastenzeit. Dazu gehören süße Pinzen und Kärntner Reindlinge, perfekt zum Osterschinken und zu hart gekochten Eiern. Natürlich auch zu Kaffee und Marmelade. Die Frage ist nur: Was bevorzugen Sie und woher kommen die beiden süßen Jausenbegleiter eigentlich?


Die dezent süßlichen, nach Germteig und Ei duftenden Osterpinzen sind ein traditionelles Ostergebäck. Die köstliche Pinze aus reichhaltigem und mit Butter und Dotter verfeinerten Germteig bekommt durch das dreifache Einschneiden des Teiges ihre typische Form. Manche backen Sie selbst, manche kaufen lieber. Wichtig ist dabei, wo man sie kauft. Viele Pinzen strotzen vor Haltbarmachern und anderen industriellen Ingredienzen. Muss nicht sein. Gegessen wird die Pinze zu Ostern mit etwas Butter oder Marmelade, zum Kaffee oder Tee beim Frühstück, aber auch pikant zur klassischen Osterjause mit Schinken, Kren und hart gekochten Eiern. Übrigens: Die Pinze kommt ursprünglich aus Oberitalien, genauer gesagt aus dem Friaul. Weshalb man auch von der Görzer Pinze spricht (aus der Grafschaft Görz im 19. Jahrhundert).


Der Kärntner Reindling wird von vielen Kärntner Feinspitzen gerne als Alternative zur Pinze (oder zum Osterbrot) ins Spiel gebracht. Bei diesem Gugelhupf-artigen Gebäck handelt es sich um eine urkärntner Spezialität, die den Weg nach Wien oder Salzburg nur in seltenen Fällen geschafft hat. Den Reindling gibt es übrigens nicht nur zu Ostern. Manchmal sind Nüsse drin, immer aber Zimt und Zucker. Traditionellerweise kommt der Reindling übrigens aus einer „Rein“ und nicht aus der Gugelhupf-Form. Gugelhupf-ähnliche Formen gab es in Kärnten früher nur bei hochherrschaftlichen Häusern. Bei den einfachen Bauern buken sie Reindling nur an besonderen Anlässen und wenn es etwas ganz besonderes zu feiern gab, auch aus weißem Mehl. Die Kärntner lieben den Reindling nicht nur zur süßen Jause, sondern auch zu Wurst und Schinken. 



Text: Alexander Rabl



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