Pariser Spitzenrestaurants als Terroropfer


Die Pariser Spitzenrestaurants sind, wie zu hören ist, zur Zeit wenig ausgebucht.


Angst vor Terror sorgt für leere Spitzenrestaurants in Paris


Yannick Alleno, mit allen Topauszeichnungen bedachter Chef des Pariser „Ledoyen“, hat bereits reagiert: Mittags offeriert das Spitzenrestaurants bei der Champs Elysee ein 1-Gang-Menü inklusive Wasser und Kaffee zum Preis von 70 Euro. Klingt nach viel, ist aber nach Pariser Maßstäben eher günstig. Seit einigen Monaten scheinen derlei Marketingmaßnahmen unumgänglich.


Schon die New York Times brachte vor kurzem einen Artikel über die Buchungsmisere der Pariser Hochgastronomie. Der Tenor: Leere Tische im „Plaza Athenée“ oder in der „Ambroisie“. Die Angst vor dem Terror und eine Atmosphäre der Unsicherheit halten wohlhabende Amerikaner, Asiaten und Russen vom Paris-Besuch ab. Von den Parisern können die High-End-Restaurants von Pierre Gagnaire, Alain Ducasse oder Alleno ja schon seit langem nicht mehr leben. Die Preise haben sich während der vergangenen Jahre raketengleich himmelwärts bewegt. Ein Gang bei Gagnaire kostet um die 250 Euro, ein Menü bei Ducasse 380,-. Da hält der hungrige Pariser nicht mit.


Wo die spendablen Foodies aus dem Ausland wegbleiben, merken das die First-Class-Adressen als erstes, während die Bistros und Brasserien boomen. Die Lust am Leben lassen sich die Pariser auch durch Ausnahmezustand und Leibesvisitation nicht nehmen.

Die Topchefs wie auch die Luxushotels müssen sich einstweilen in Geduld üben.



Text: Alexander Rabl