Pichlmaiers Herkner: Ein Urwiener wird zum Steirer




Ein paar Details aus früherer Zeit blieben erhalten: Die alte Schank zum Beispiel. Alles andere wurde mit Witz neu eingekleidet. 














Neues Kleid für Tellerfleisch und Gulasch


Den Herkner in Dornbach musste man einfach gerne haben. Es war schon eine Legende als der viel zu früh verstorbene Heinz Herkner dort lebte. Er definierte, was lange Zeit als klassische Wiener Beislküche mit Niveau zu gelten habe. Und wie herrlich man im Sommer im kleinen Gärtchen saß. Auch bei den Nachfolgern war der Herkner-Gast gut aufgehoben und dann war es auf einmal aus. Die Karavane wollte weiterziehen. Aber wohin?


Gut, dass es Martin Pichlmaier und seinen Bruder Werner sowie Martins Frau Christiane in die Selbständigkeit zog. Herkner-Besitzer und die Pichlmaiers waren sich rasch einig. Der Beisl eröffnet ab Mitte Jänner. Und zum Wienerischen gesellt sich ein kräftiger Schuß Steiermark beziehungsweise Graz. Denn dort haben sich Papa und Mutter Pichlmaier mit ihrem (Hauben-)Gasthaus einen guten Namen gemacht. Die Brüder gingen dann getrennter Wege, Werner Pichlmaier war lange Zeit Küchenchef im Sacher, Martin Pichlmaier gehörte zu den tragenden Elementen einer der besten Service-Crews der Stadt, der des Fabios. Als Maitre eröffnete er das Shiki und blieb dem Restaurant ein ¾ Jahr erhalten. Christiane war lange Zeit an der Bar bei Fabios. Doch in der Vorstadt wird es wenig vom schicken Flair der Kohlmarkt-Gegend geben. Ein Teil des Herkner-Ambientes (unter anderem die Schank) blieb vollständig erhalten. Ein anderer Teil wurde vollkommen neu aufgesetzt. Für Herkner-Fans aus alten Zeiten sicher eine Gewöhnungssache.


Das steirische Gulasch von Vater Pichlmaier ist Pflicht. Er und die Mama werden im Betrieb mitarbeiten. Daneben wird es Tellerfleisch geben und andere Klassiker aus frühen Zeiten.


Das Lokal wurde insgesamt um einen ersten Stock erweitert. Platz für Partys und geschlossene Gesellschaften. An Weinen soll es weit mehr geben als den Gobelsburger Meßwein, mit dem der alte Herkner die Mägen seiner Gäste herauszufordern pflegte (Es war die Zeit vor Michael Moosbrugger.)


http://zumherkner.at


Text: Alexander Rabl