Pizza als UNESCO-Weltkulturerbe?


Demnächst vielleicht auf der Liste der immateriellen UNESCO-Welterbschaften: Pizza aus Neapel




Italien möchte Pizza als immaterielles Weltkulturerbe etablieren


Seit 2014 liegt der Antrag bei der UNESCO in Paris vor. Die UNESCO-Abteilung Italien möchte ihre Kultur der Pizzazubereitung als immaterielles Weltkulturerbe eintragen zu lassen. Der Versuch könnte erfolgreich enden, gibt es doch bereits französisches Essen in seiner Art als mehrgängiges Menü wie auch die mediterrane Küche als Weltkulturerbe, schützenswert nach UNESCO-Kriterien.


Wie Frankreich kämpft auch Italien um die Erhaltung seiner kulinarischen Traditionen. Fusion Food, Fast Food, die Lebensmittelindustrie an sich und rasch wechselnde Moden werden als Gefährdung dieser Traditionen wahrgenommen und sind es wohl auch. Natürlich geht es zum einen um den Respekt vor dem Originalrezept, zum anderen auch um die Begehrlichkeiten der Industrie zum Thema Mozzarella und anderen Zutaten.


Dabei muss erwähnt werden, dass der Siegeszug der Pizza rund um die Welt nicht von Neapel oder Rom ausgegangen ist, sondern von New York, wo die eingewanderten Italiener Polpetti und Pizza als italienisches Kultessen etablierten.


In Italien wird immer noch ein rechter Kult um die Pizza getrieben. Wettbewerbe zwischen Nord und Süd werden veranstaltet, in denen um die besten Teigfladen gestritten wird. Und es gibt seit langem einen Meinungsstreit, ob die Pizza in Neapel wirklich die beste Pizza ist oder ob die Superlativ-Version vielleicht doch aus Rom oder Bologna kommt. Während der Beruf des Pizzaiolo in Neapel auf der gleichen Prestige-Stufe wie der des Schneiders oder Schusters steht, wird weiter nördlich die Kultur dieses einfachen Snacks durch Industrie und Fast Food ordentlich ramponiert.


Bis 2017 will die UNESCO entscheiden, ob die Pizza zur kulinarischen Geschichte der Menschheit so viel beigetragen hat und beiträgt, dass ihre Aufnahme ins Weltkulturerbe gerechtfertigt erscheint. Ob Pizza-Lieferdienste und TK-Pizza dann von der UNESCO auf die Liste der Kulturschanden gesetzt werden, wird sich weisen.



Text: Alexander Rabl