Reisetbauer und Trettl machen Gin-Käse im Pustertal


Kulinarischer Handwerker Roland Trettl und Schnapsbrenner Hans Reisetbauer mit dem Ginkäse aus dem Pustertal



Wenn sich ein Schnapsbrenner und ein Spitzenkoch zusammentun, kommt Käse raus.


Die Käserei Capriz in Südtirol zählt zu den geschätzten Manufakturen in allen Angelegenheiten rund um die Verfeinerung von Milch zu Käse. Hier landeten Roland Trettl und Hans Reisetbauer auf der Suche nach einem Partner für ihr Projekt. Es handelt sich dabei um Käse, der mit Gin affiniert wurde.


Gin ist ja gerade wieder in aller Munde. Dass Hans Reisetbauer dazu einiges beizutragen hat, ist bekannt. Oder haben Sie noch nie Blue Gin getrunken? Dass Wacholder gut zu Käse passen würde, war Roland Trettl eigentlich ziemlich klar. Er brauchte vermutlich nicht lange, um Reisetbauer von dieser Idee zu überzeugen. Zuvor hatte Trettl mit der Südtiroler Feinkäserei Capriz bereits einen Holunder-Käse entwickelt.


Einfach sei es nicht gewesen, die richtige Balance zu finden, erzählt Philipp Unterleitner, Molkereifachmann der Feinkäserei Capriz. Gemeinsame Versuche mit Käsemeister Hubert Stockner, die Milch direkt mit  Alkohol zu mischen und so den Geschmack in den Käse zu bringen, schlugen fehl. „Erst nach einigen Versuchen und 6 Monaten Tüftelei hatten wir das beste Verfahren gefunden.“ Zunächst kommt über Nacht Wacholder in den Tank, bevor die Milch zu Weichkäse verarbeitet wird, der für vier Wochen im Reifekeller reift. Danach wird der fertige Käselaib mehrmals mit Gin eingerieben. Der Käse wird „affiniert“ – also veredelt.


Der Käse hört auf den Namen Ginepro und passe, so Trettl, perfekt zu einem Gin-Tonic an der Cocktailbar. Dort gibt es ihn einstweilen noch selten, dafür aber ist der Capriz-Wacholder-Käse in Wien zum Beispiel beim Pöhl am Naschmarkt zu bekommen.



Kontakt

Capriz Feinkäserei

Herr Florian Molling

+39 0472 869268

Pustertalerstaße 1/B

39030 Vintl, Südtirol - Italien

florian.molling@capriz.it

www.capriz.it 


Text: Alexander Rabl