Relais & Chateaux und Slow Food? Ja, das geht.

Gerade berichteten wir an dieser Stelle über das Engagement von Spitzenköchen wie Massimo Bottura gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln, folgt jetzt eine Nachricht von der, wie immer von gutem Essen und nützlichen Begegnungen strotzenden Slow-Food-Messe in Turin.
 
Auf dem Salone del Gusto wurde die Zusammenarbeit der wichtigsten französischen Hotel- und Restaurant-Vereinigung, Relais & Chateaux, mit Slow Food bekannt gegeben. Es geht dabei um #foodforchange, eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung für die starken Zusammenhänge zwischen Essen und dem Klimawandel.
 
Die traditionell eher linke Slow-Food-Bewegung und das doch eher konservative Netzwerk der Luxusbetriebe von Relais & Chateaux, um das es in Österreich in letzter Zeit etwas ruhiger geworden ist, ziehen an einem Strang?
 
Köche und Spitzengastronomen wie Olivier Roellinger von dem Maisons de Bricourt (Cancal), Vizepräsident von Relais & Chateaux, der Senegalese Pierre Thaiam vom Teranga (New York) sowie Albertina Ruiz Santiz vom Kokonó (San Cristóbal de las Casas) waren bei einer Diskussion anwesend, in der es genau darum ging.



Olivier Roellinger, einer der besten Fischköche Europas,

Mitinitiator der Zusammenarbeit von Slow Food und Relais & Chateaux. 


Den Klimawandel spüren zuerst die Bauern, die Landwirte, auch die Fischer und damit auch deren Kunden, die Köche. Was sie gegen die Erderwärmung tun können, ist mehr Nachdruck auf nachhaltige Versorgung, sprich Vermeiden langer Transportwege, zu legen. Und, wahrscheinlich viel wichtiger, die Beeinflussung der öffentlichen Meinung.
 
Die Küchenchefs exquisiter Restaurants sind genauso an der Erhaltung von selten werdenden Zutaten, wie sie Slow Food in seiner Arche des Geschmacks sammelt, und an Zutaten hervorragender Qualität interessiert, ohne die gute Küche unmöglich ist.
 
Gemeinsam werden hundert Relais & Chateaux-Betriebe demnächst Menüs anbieten, die den Klimawandel zum Thema haben und deshalb aus regional bezogenen Zutaten hergestellt sind.
 
So manche Slow-Food-Produkte wie die roten Bohnen aus Lucca oder das Aubrac-Rind aus Laguiole sind längst Bestandteile mancher Top-Restaurants. 


Text: Alexander Rabl