Getränk

Rum: Eine österreichische Erfolgsgeschichte













Der auch gerne als Inländer-Rum bezeichnete Stroh-Rum ist eine der wenigen heimischen Erfolgsgeschichten unter den Lebensmittel-Brands, vergleichbar mit der Kräuterlimo und den Nougatschnitten, deren Namen wir hier nicht nennen müssen, weil sie ohnehin jeder kennt.

 

Dass der Rum, der von einem der ältesten Spirituosenhersteller Österreichs (seit 1832) kommt, schmeckt, dies attestieren einige Awards, die der Stroh während der vergangenen Jahre einheimste, z.B. Gold bei der Ultimative Spirits Challenge New York 2015.

 

Fragen Sie Ihre Oma oder Mutter, die jahrzehntelang Torten und andere Mehlspeisen, Weihnachtskekse oder Schokoladendesserts mit dem Inländer-Rum zubereiteten, nach Inländer-Rum. Es gab nichts Anderes früher und es brauchte auch niemand etwas Anderes.

 

Der Stroh-Flachmann begleitete zahllose Skitourengeher, Wanderer und Jäger auf ihren Ausflügen in die Natur. Zurückgekommen sind sie eigentlich immer. Um den Vorrat aufzustocken.

 

Das Flaschendesign des kleinen und so nützlichen Gebindes ist heute fast schon so etwas wie gestalterischer Kult. Der leicht gebogene Flachmann kommt übrigens aus der Prohibitionszeit in Amerika. Es war damals wichtig, derartige Genussware unbemerkt am Körper verstecken zu können.

 

In Österreich war der Rum wichtiges Ausrüstungsteil für die Marine der K&K-Zeit. Etwas Rum war für die Besatzung der Schiffe damals eine Art der Lebensrettung vor Krankheiten und Seelentröster. Erst vor 40 Jahren wurde übrigens die Verabreichung von Rum an die Soldaten der britischen Marine eingestellt. Ohne Proteste ging das nicht.

 

Der Rum wird zu 100% in Österreich aus Zuckerrohrmelasse hergestellt. Inländer Rum darf sich laut EU-Recht als geografisch geschützte österreichische Spirituose bezeichnen.

 

Rezepte

So, jetzt haben wir alle etwas gelernt. Wer brav mitgelesen hat, für den gibt es jetzt ein paar nützliche Rezepte, auch und gerade für die kommende warme Jahreszeit.

 

 

Kaffee Granita

Zubereitungszeit: 10 Minuten (ohne Kühlzeit)


Zutaten (für 4 Portionen):

500 ml sehr starker Kaffee 

6 EL Zucker

Mark einer halben Vanilleschote

75 ml Stroh 60 oder Stroh 40 - je nach Belieben

150 ml Schlagobers oder alternativ Vollmilch

 

Zubereitung:

500 ml starken Kaffee zubereiten. Eine halbe Vanilleschote auskratzen und das Mark mit dem Zucker und dem STROH Rum in den Kaffee einrühren. Die Rum-Kaffee-Mischung in eine breite Schüssel gießen und für drei bis vier Stunden einfrieren. Dazwischen immer wieder mit dem Schneebesen durchrühren, damit das Eis nicht gleichmäßig gefriert. Sobald ein grobkörniges Sorbet entstanden ist (nach circa drei Stunden), mit einer Gabel durchrühren und in Gläser füllen. Schlagobers oder alternativ Vollmilch über die Granita gießen und sofort eisgekühlt genießen!

 

 

Cola Slush


Zutaten (für 6-8 kleine Portionen):

350 ml Cola

1 Becher Crushed Ice

75 ml Stroh 40

2 TL Zitronensaft (frisch gepresst)

Zitronen- und Limettenscheiben (zum Garnieren)

 

Zubereitung:

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und gut miteinander verrühren. Mit Deckel obenauf für mindestens sechs Stunden (am besten über Nacht) kühlstellen. In den ersten beiden Stunden mehrmals mit einer Gabel durchrühren. Kurz vor dem Servieren aus dem Eisfach nehmen. Nochmals mit einem großen Löffel grob durchrühren und mit Zitronen- und/oder Limettenscheiben garniert servieren.

 

Rum-Birne

Zubereitungszeit: 20 Minuten


Zutaten (für 2 Cocktails):

2 Birnen (mittelgroß)

125 ml Stroh 40

100 ml Wasser

1 EL Zucker (je nach Reifegrad)

Mark einer Vanilleschote

Saft einer halben Zitrone

2 TL Honig

einige Eiswürfel

4 EL Stroh 40

300 ml Tonic Water

1 halbe Zitrone (in Scheiben) zum Garnieren

 

Zubereitung:

Die Birnen schälen. Den Rum mit 100 ml Wasser in einen kleinen Topf geben.

Die Birnen und optional einen Esslöffel Zucker dazugeben und je nach Reifegrad für 12 – 18 Minuten auf geringer Stufe pochieren. Die Birne auskühlen lassen. Einige Eiswürfel und die Birnen in Gläser geben. Die Zitrone auspressen. Den Zitronensaft mit dem Honig verrühren, in die Gläser geben. Die Vanilleschote auskratzen, das Vanillemark hinzufügen. Je zwei Esslöffel Rum dazugeben, mit Tonic aufgießen. Nach Wunsch mit ein paar Zitronenscheiben und einem Zweig Rosmarin garnieren und sofort servieren.

 

Die besoffene Rum-Birne passt auch sehr gut zu Schokolademouse, Schokoladesoufflé, Kaiserschmarren oder Topfencreme.

 

 

Kärntner Mohnbutter

Ein geeignetes Rezept für die Begleitung der Osterpinze oder einer Brioche.

 

Zutaten (für eine Butterrolle = 6 Scheiben):

250 g Butter

90 g gemahlener Mohn

2 EL Honig

Mark einer Vanilleschote

1 Pkg. Vanillezucker

1 gestrichener TL Zimt

4 cl Stroh 80

2 EL heißes Wasser (oder 2 EL Stroh 80 – je nach Belieben)

2 EL Rosinen

 

Zubereitung:

Rosinen in etwas Wasser einweichen, nach einer Viertelstunde gut ausdrücken, sehr fein hacken und mit Rum vermischen. Weiche Butter in einem Rechteck viereckig ca. 1 Zentimeter dick auf Backpapier streichen. Anschließend für 30 Minuten in den Kühlschrank geben.  Mohn, Zimt, Honig, Vanille und Rosinen in einer Schüssel mit 2 EL Wasser verrühren. Die Mohnmasse darauf verteilen zu einer festen Rolle eindrehen. Für mind. zwei Stunden im Kühlschrank fest werden lassen. 

 

Die Mohnbutter ist eine traditionelle Spezialität aus Kärnten und passt besonders gut zum Kärntner Reindling.


Text: Alexander Rabl