Sigmund Freud: Essen als Lusttrieb



Er gilt als einer der bekanntesten Österreicher aller Zeiten: der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud. Den Hauptteil seiner noch heute angewandten Theorien schöpfte er aus der Traumdeutung, so auch seine Erkenntnis über das Lustprinzip. Im Essen, dem Einverleiben der Nahrung, sah Sigmund Freud ebenfalls den Lusttrieb (während er das Zerkauen der Nahrung als Aggressionstrieb deutete), aber auch im Streben nach Wissen oder der sexuellen Lustbefriedigung.

 

Genau diesem einflussreichen Denker des 20. Jahrhunderts widmet die Münze Österreich die erste 50-Euro-Goldmünze der neuen Serie „Wiener Schulen der Psychotherapie“. Neben Sigmund Freud werden in den beiden kommenden Jahren Alfred Adler und seine Individualpsychologie sowie Viktor Frankl und seine Logotherapie und Existenzanalyse mit je einer Goldmünze geehrt.

 

Bei der bildnerischen Gestaltung der ersten Münze und des Begriffes „Lust“ haben sich die Graveure ausgesprochen viele Gedanken gemacht. Die Rückseite zeigt ein eng aneinander geschmiegtes, schlafendes Liebespaar, dessen in Wellen gelegte Haare eins geworden sind und so den Anschein erwecken, das Paar sei der Wirklichkeit entrückt und in einen gemeinsamen Traum versunken. So werden hier sogar zwei Theorien Freuds, Traum und Lust, miteinander verknüpft.

 

Frauen, genauer gesagt deren hysterische Anfälle, deren Heilung durch Hypnose Freud in Paris beim Neurologen Jean-Martin Charcot kennenlernte, legten den Grundstein für seine weitere Arbeit. Wenn er nicht gerade beim Abendessen bei seiner Leibspeise, italienische Artischocken, gekochtes Rindfleisch oder Zwiebelrostbraten, saß, hielt sich Freud gerne in Altwiener-Kaffeehäusern auf. Im noblen Café Landtmann lernte er Anna von Lieben kennen, die für ihn und die Entwicklung der Psychoanalyse eine wichtige Rolle spielte, da sie ihm seine ersten Erfahrungen mit der freien Assoziation ermöglichte.