Spannendes Asia-High-End Restaurant in Wiens Innenstadt

Raindrop Cake.



Tempura Prawns.


Noch läuft der Betrieb ein paar Tage in der Soft-Opening-Phase. Ende September, wenn alles klappt ab dem 27.9., soll dann alles endgültig stimmen (ein Teil der Lüftung zum Beispiel), stehen und laufen, sodass das gerade zu eröffnende Asia-High-End-Restaurant mit dem Namen AI sein volles Programm durchziehen kann.

 

Das Restaurant, bei dem es sich fürderhin um den einzig belebten Platz im so genannten Wiener Goldenen Quartier handeln könnte, wendet sich dezidiert nicht nur an russische oder arabische Wienbesucher mit dicker Brieftasche, sondern an die Wiener selbst. Weshalb die Preise sich nicht an den Nachbarn wie Prada oder Cuccinelli orientierten werden, sondern am – eh schon gehobenen – Niveau der Innenstadtgastronomie. Der Lunch soll beispielsweise um die 30,- kosten.

 

Die Mannschaft, die sich hier zusammengefunden hat, ist recht hochkarätig und in Wien an guten und besten Adressen erprobt und bekannt geworden: Sören Herzig – Küchenchef, Patrick Hopf – Maitre und Sommelier, Isabella Lombardo – Bar. Henry Farah ist der Mann im Hintergrund, ein vielreisender Investor, Vorstandsmitglied einer Holding mit dem Namen Kamphospitality in Beirut. Mit dem AI (heißt auf Japanisch Liebe) will die Gruppe ein europaübergreifendes gastronomisches Projekt starten.

 

Soll heißen: Wenn es in Wien klappt, sind weitere Restaurants in den europäischen Hauptstädten geplant. Farah auf die naheliegende Frage, warum eigentlich Wien: „Wir haben uns London angesehen. Zu dicht. Wien liegt im Zentrum Mitteleuropas ideal für neue Projekte und ist gerade ein sehr spannender Ort, wo sich viel tut.“ Danke für das Kompliment. Das Restaurant soll eher niederschwellig sein, dem Gast die Auswahl zwischen großen Menüs und einer kleinen Stärkung an der Sushi-Bar anbieten.

 

Zwei Stockwerke werden bespielt, im oberen befindet sich die Bar. Attraktion des Interieurs ist nebstbei vor allem die Sicht auf die Umgebung und die nahe Kirche, welche die großflächigen Fenster freigeben. Ein kleiner Garten vorm Lokal wird in Kürze eröffnet werden.

 

Sören Herzig, Richard Seidel und Sam Wilkes (Executiv Chef Europa) und sowie Mark Khalife (Managing Director für Europa) ihr Team haben sich gründlich auf ihre Aufgabe vorbereitet. Der Service erweist sich am Tag eines Presse-Empfangs als hervorragend gebrieft. Die Küche spannt den Bogen zwischen Japan, Thailand und China. Man darf also durchaus auch von einer Autorenküche sprechen, die sich Sören Herzig, der lange mit Juan Amador und einige Zeit in Singapur gearbeitet hat, und die Kollegen Seidel und Wilkens einfallen haben lassen.

 

Einigen Gerichten darf anhaltender Erfolg prophezeit werden, beispielsweise einer mit saftigem Wagyu umwickelten Tempura von der Anchovis, dem Beef Tatar, das nicht mit Toast, sondern mit Algen und Crackern serviert wird und dessen Würze der Gast selbst in die Hand nimmt, oder den sehr guten Sushis und allen Fischgerichten, bei denen teilweise auch heimische Süßwasserfische die Ehre haben. Die Nachspeisen sind ein Extralob wert. Doch ein Restaurant nach einem Presse-Dinner zu kritisieren gehört sich nicht, deshalb ist jetzt an dieser Stelle Schluss.

 

http://airestaurant.co


Text: Alexander Rabl