Maria Theresia - entschlossen in allen Lebensbereichen


Sammelalbum mit Maria Theresia-Taler.


Bescheidenheit kann man den Barockfesten bei weitem nicht nachsagen. Die Tafeln waren üppig gedeckt, Obstskulpturen und kunstvoll gefaltete Servietten waren keineswegs zur Benutzung, sondern bloß als Dekoration gedacht. Auch Maria Theresia saß oft an solchen Festtischen, obwohl es die österreichische Monarchin, anders als die Franzosen der damaligen Zeit, lieber bodenständig mochte. Sie liebte die heimische Küche und förderte die regionale Kochkunst.

 

Doch nicht nur die österreichische Küche lag Maria Theresia am Herzen, auch ihre eigene Repräsentation war ihr ein großes Anliegen. Eines der wichtigsten bildgebenden Medien zu Maria Theresias Zeiten waren Medaillen. Viele dieser Medaillen sind bis heute erhalten geblieben und wurden zu ihrem 300. Geburtstag durch die Münze Österreich, in einer vierteiligen 20-Euro-Silbermünzen-Serie, zu neuem Leben erweckt.

 

Für die neuen Münzen haben die Graveure der Münze Österreich Portraits und weitere Vorlagen aus der Zeit Maria Theresias neu vereint und Münzen mit einem unüblich hohen Relief geschaffen. Jede der vier Münzen zeigt auf der einen Seite ein Portrait Maria Theresias aus einem markanten Lebensabschnitt: als junge Frau, mit ihrem Ehemann Franz I., als Witwe und mit ihrem Sohn und Thronfolger Joseph II. Die anderen Münzseiten sind den Tugenden gewidmet, für die Maria Theresia Zeit ihres Lebens Persona stand: Tapferkeit, Gerechtigkeit, Milde und Weisheit.

 

Auf der ersten Münze trifft das Portrait der jungen Kaiserin auf die Tugend der Tapferkeit, denn gerade in ihren jungen Jahren wurde Maria Theresia viel abverlangt. Nach dem Tod ihres Vaters Karl VI. kam sie mit nur 23 Jahren unerwartet und unvorbereitet an die Macht. Halb Europa wollte einen Nutzen aus diesem vermeintlichen Machtvakuum ziehen. Aber Machtvakuum und Maria Theresia? Nein, das passte nicht zusammen. – Tapfer und entschlossen machte sie sich daran, ihren Gegnern die Stirn zu bieten.

 

Diese Entschlossenheit zeigt sich in allen Lebensbereichen Maria Theresias, auch was die Kulinarik betraf. Zwischen all den Köstlichkeiten, die bei Hof aufgetischt wurden, waren es vor allem zwei Speisen, die es ihr, als bekennende Genießerin, besonders angetan hatten: gewickelte Krebsgermnudeln und die nach ihr benannte Bouillon Maria Theresia, eine Suppe aus Sellerie, Trüffel und Poularden.