Essen

Taubenkobels Winterquartier im Wiener Postpalais



Pop Up ist ein Begriff, der ähnlich lächerlich unmodern wirkt wie Food-Truck oder Veggie-Burger. Nennen wir es also altmodisch zeitweiliges Winterquartier. Oder präziser: Winter-Weihnachtsquartier. Alain Weissgerber, Barbara Eselböck und das Taubenkobel-Team tun es wieder.

 

Nach dem erfolgreichen und abends stets ausgebuchten zeitweiligen Gastspiel im Supersense im zweiten Bezirk vor zwei Jahren, zieht es den Taubenkobel diesmal in die Innenstadt, in die Prunkräume des Postpalais, das gerade zu Hotel und Luxusappartements umgebaut wird und auch Möglichkeiten für diverse Veranstaltungen bietet.

 

Im Palais befinden sich ein paar Räume, die an bessere Zeiten der Post erinnern und den Rahmen für den sechswöchigen Auftritt der Taubenkobel-Mannschaft geben. Hier hängt noch ein Portrait des alten Kaisers, dort knarrt der edle Parkettboden, hier haben die Räume die Höhe, die für die Beamtenschaft in Kakanien unverzichtbar war.

 

War es im Supersense noch casual und ganztägig, gilt 2017 das Motto: Nobel geht die Welt zugrunde. Oder eben auch nicht. Es ist nur abends geöffnet, dafür wird dann wirklich große Oper gegeben. Blumenschmuck galore. Prunkvoller Wagenpark für Geflügel, Käse und Nachspeisen. Tranchieren am Tisch.

 

Alain Weissgerber denkt noch über die Karte nach. Wiener Klassik plus Pariser Esprit, so kann man sich das in etwa vorstellen. Und es wird sicher keine Kampfansage an den grassierenden „Geiz ist geil“-Irrsinn, der auch die Wiener Lokale anleitet, sich gegenseitig im Preis zu unterbieten.

 

An einer Bar wird es zum Champagner Kaviar, Foie Gras, aber auch Würstel geben. Das Restaurant selbst hat an die hundert Plätze. Kutschenservice zum Dinner ist angedacht.  Und die Weine? „Die besten Weingüter arbeiten seit langem biodynamisch“, so Barbara Eselböck zur Weinideologie des Taubenkobels, die sich auch im Postpalais wiederfinden wird.

 

Den Brieftaubenkobel gibt es von 17. November bis 22. Dezember.

Reservierungen werden angenommen.

 

www.taubenkobel.com


Text: Alexander Rabl