Top-Restaurants in den Wintersport-Orten



Alpine Oppulenz in Ischgl: Die Paznaunerstube







Döllerer in Golling an der Salzach







Aurelio Lech





Top-Restaurants in den Wintersport-Orten


Der Winterbeginn verlief etwas zögerlich. Aber jetzt sollte es dann doch irgendwann richtig schneien und kalt werden. Zeit also für ein kleines Ranking von Gault Millau’s Besten in den Skigebieten.


Die meisten Spitzenrestaurants befinden sich in Hotels, oft den ersten Häusern am Platz, wo das Projekt „Haubenrestaurant“ da und dort vom Betriebsergebnis des Hotels mitgesponsert wird. Gut so. Und ein Grund, warum immer mehr Fein-Esser im Winter Urlaub in Österreich machen.


In den Bergen wird der À-la-carte-Gast gerne in die „Stube“ gebeten, der Name taucht des Öfteren auf, so dass dahinter eine gewisse Sehnsucht nach Rückzug und Intimität zu spüren ist. Natürlich auch ein Hang zur Untertreibung seitens der Gastgeber, denn mit dem Vorbild der schlichten Stube alpiner Tradition hat das, was beispielsweise in Ischgl im Trofana Royal inszeniert wird, nur wenig zu tun.


Interessant der Wettstreit zwischen Ischgl und Lech, der zur Zeit unentschieden ausfällt, bloß, dass Ischgl punktemäßig sogar ein wenig die Nase vorne hat. Kitzbühel spielt im Reigen der Gourmet-Schi-Orte leider nicht mehr in der Oberliga, dafür befindet sich im Nachbarort Kirchberg einer unserer Besten.



Obauer, Werfen (S)

19 von 20 Punkte


Für viele Feinschmecker und Stammgäste das beste Restaurant des Landes. Nicht umsonst wurden Karl und Rudolf Obauer vor zwei Jahren mit dem raren Titel „Köche des Jahrzehnts“ ausgezeichnet. Perfektes und gleichzeitig entspanntes Miteinander von Küche, Service und Wein. Das neue Ambiente (ruhigere Farben, allgemeine Reduktion) gefällt uns. Große Saucenküche.


Simon Taxacher, Kirchberg bei Kitzbühel (T)

19 von 20 Punkte


Neuerdings enthält Simon Taxacher den Gästen Tischtücher vor. Der Rosengarten hat damit an alpinem Charakter dazu gewonnen. Doch was Taxacher seinen Gästen dort serviert, ist eine an der Perfektion angesiedelte international orientierte Küche, die mit den besten Zutaten arbeitet, die aufzutreiben sind.


Döllerer, Golling (S)

18 von 20 Punkte


Der Einfallsreichtum Andreas Döllerers scheint unermesslich. Jedes Gericht auf der Karte hat das Zeug zum Signature Dish. Dazu einer der besten Weinkeller des Landes, kompetent betreut und präsentiert – oft sogar vom Chef persönlich, der sich mit Weinen auskennt, wie niemand anderer in Österreich.


Alexander Fankhauser, Fügenberg (T)

18 von 20 Punkte


In Hochfügen nimmt das Staunen der Gäste kein Ende, die hier – fast am Ende der Welt – zum ersten Mal bei Alexander Fankhauser speisen. Ein Fest. Das Ganze eingebettet in ein Familienhotel, das vor Gastfreundschaft überquillt. Empfehlung: Rustikaler Lunch auf der Terrasse, der perfekte Einkehrschwung.


Paznaunerstube, Ischgl (T)

18 von 20 Punkte


Martin Sieberer hat dieses Jahr den 18. Punkt wieder zurückerobert. Tatsächlich ist seine Küche an Breite und Tiefe ziemlich schwer zu übertreffen. Das Trofana Royal ist ja ein Riesenbetrieb, doch davon merkt der Gast im À-la-Carte-Restaurant recht wenig – die Stube ist ein wahres, kleines Gourmetparadies.


Stüva, Ischgl (T)

17 von 20 Punkte


Mit welcher Präzision und geschmacklicher Sicherheit hier gekocht wird... Kleine Happen von großer aromatischer Tiefgründigkeit prägen das Menü. Schlichter in der Einrichtung kann man sich kein Restaurant dieses Anspruchs vorstellen. Dazu ein Boutiquehotel mit liebenswerten Gastgebern.


Aurelio, Lech (V)

17 von 20 Punkte


Auch wenn die Menüs nicht gerade vor Abwechslung strotzen, arm an Einfallsreichtum sind sie deshalb noch lange nicht. Ein Beispiel: der Paznauner Bauernsalat. Im Aurelio herrscht jugendliches Flair. Bloß bei der Weinkarte könnte man noch an Niveau zulegen.


Griggeler Stuba, Oberlech (V)

17 von 20 Punkte


Thorsten Probost ist einer der maßgeblichsten Köche, was Einfallsreichtum und den Umgang mit alpinen Ressourcen angeht. Als Spezialist für allerlei Kräuter hat er sich bereits einen Namen gemacht. Doch kaum jemand sonst hat so viel zum Thema Gemüse beizutragen. Außerdem eine der gesündesten Küchen Österreichs.


Johanna Maier, Filzmoos (S)

17 von 20 Punkte


Johanna Maiers Klassiker sind immer noch den Besuch im schönen Filzmoos wert, wo es im übrigen eher familiär als mondän zugeht. Ihre Saucen, Suppen und Säfte sind Meisterkwerke des klaren Ausdrucks. Und immer wieder überrascht sie mit einer neuen Idee.


Schualhus, Lech (V)  

(neu/ohne Bewertung)


Das Konzept von Manuel Grabners neuer Bleibe im renovierten Schulhaus neben der Roten Wand harrt noch der Beurteilung unserer Tester. Die letzte Bewertung der Küche lag bei 17 von 20 Punkten.


Text: Alexander Rabl