Über Meinrad Neunkirchner


Zu früh: Meinrad Neunkirchner, Meisterkoch und Bestsellerautor, ist tot.



Meinrad Neunkirchner ist tot


Der Schock über das Ableben von Meinrad Neunkirchner ist groß. Unter den Gästen einerseits, die seine Küche liebten, zuletzt zu genießen im „Freyenstein“ in Wien 18. Vor allem aber unter den kochenden Kollegen.


Meinrad Neunkirchner genoss einen hervorragenden Ruf als Cuisinier mit großer Bildung, entsprechendem Repertoire und Können sowie als Avantgardist in Angelegenheiten der Kräuter- und Naturküche. Er arbeitete mit Zutaten aus der Umgebung (Flußkrebse, Kräuter) bevor das in Europa oder Österreich zum Dogma wurde. Seine Kenntnis der Aromen und ihrer Kombinierbarkeit beeindruckte auch erfahrene Esser.


Neunkirchner durchlief die klassische Laufbahn eines Spitzenkochs in Österreich, kochte unter anderem im Wiener „Vincent“ auf drei Hauben. Im Kreis seiner Kollegen galt er als hilfreich in brenzligen Situationen, als einer, der niemanden im Stich ließ, sich selbst aber nie in den Vordergrund drängte.


Als Autor von Kochbüchern besaß Neunkirchner den Ruf eines Garanten für Bestseller.


Die Demokratisierung des guten Geschmacks lag ihm besonders am Herzen. Im „Freyenstein“ bot er Menüs mit Tapas-artigen Portionen zu besonders brieftaschenfreundlichen Preisen. Seine Krankheit zwang ihn schon vor längerer Zeit, den Job am Herd aufzugeben.


Text: Alexander Rabl