Waldviertler Karpfen: Heimisch, frisch & unterschätzt

09/11/2020

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Das Landschaftsbild des Waldviertels ist geprägt von seiner Forst- und Teichwirtschaft. Hauptbewohner der heimischen Teiche ist seit jeher der Karpfen. Sein natürliches Vorkommen machten sich die Fischer zunutze und zogen eine Karpfenzucht auf. Im Einklang mit der Natur wurde das Fischerhandwerk immer weiter perfektioniert und sichert uns herrliche Speisefische in höchster Qualität.


Natürliche Aufzucht

Bis der Karpfen fertig zubereitet auf dem Teller landet, dauert es 4 Jahre. Die Reise der Fische beginnt Ende Mai nach dem Ablaichen. Die ersten Monate dienen vor allem der Stärkung vor dem bevorstehenden Winter. Sind die Teiche zugefroren, halten sich die Karpfen an den tiefsten Stellen auf. Ihre Winterruhe endet, sobald das Eis an der Oberfläche durch die ersten Sonnenstrahlen zu schmelzen beginnt. Von nun an wiederholt sich der Zyklus noch drei Mal, bis der Karpfen ein Gewicht von knapp 3 kg erreicht hat.


Ein Fest für Klein und Groß

Das „Abfischen“ der Teiche ist jedes Jahr ein großes Fest und wird dementsprechend gefeiert. Hierbei wird ein Großteil des Wassers abgelassen. Es verbleibt die sogenannte Fischgrube, die tiefste Stelle des Teichs. Dort halten sich die Speisefische auf. In brusthohen Wathosen werden die Fische nun mit einem langen Zugnetz ans Ufer gebracht und mit Keschern aus dem Wasser gehoben. Viele Kinder helfen gerne mit und freuen sich über ihren ersten eigens gefangenen Fisch.


(c) Florian Kainz


Nachhaltiger Genuss

Der Karpfen brilliert nicht nur mit seinem außergewöhnlichen Geschmack, er ist auch für die Bewirtschaftung vieler Teiche verantwortlich. Durch seine Aufzucht im Teich kann das Gewässer vor Verschlammung und Verschilfung geschützt werden. Infolgedessen wird das Ökosystem aufrechterhalten und ein Fortbestand an Teichen gesichert.


Karpfenburger (c) Florian Kainz


Weihnachtliches Festessen

Der Karpfen wird in so manch einem Haushalt ganz traditionell zu Heiligabend aufgetischt. In Essig geschmort serviert man ihn gemeinsam mit Petersilerdäpfeln und Apfelkren. Der Karpfen ist jedoch vielseitig einsetzbar und kann auch hervorragend angebraten und anschließend im Ofen fertig gegart werden. Lassen Sie sich inspirieren und verzaubern Sie Freunde, Verwandte und Familie mit einem genüsslichen Festtagsessen.


HIER geht es zum Rezept "Waldviertler Karpfen mit Kohlrabi".



Text: Kathrin Biffl

Titelbild: (c) Florian Kainz