Wanderausrüstung statt Kochjacke

170 Haubenköche wanderten mit Gault&Millau und Partnern über den Hahnenkamm.


Hans Neuner, Dieter Koschina und Simon Taxacher.


Die Vier-Hauber: Heinz Reitbauer, Simon Taxacher, Rudi Obauer und Silvio Nickol.


Karl und Martina Hohenlohe mit Signe Reisch (Kitzbühel Tourismus).


Fotos: David Pan, www.goodlifecrew.at

Die Seidlalm oberhalb von Kitzbühel ist ein besonderer Ort. Im Winter brausen da am Hahnenkammwochenende die Schnellsten der besten Skifahrer der Welt in einem wahren Höllentempo vorbei. Im Sommer führen Hausschweine, Hühner und Hausenten ein einträchtiges, beschauliches Dasein neben Wanderern und Almbesuchern. Die Schweine haben keine Ahnung, dass das, was auf einer Alm als Brettljause serviert wird, auch ein Teil ihrer Verwandtschaft ist.
 
Am Montag, den 16. Juli 2018, war die Seidlalm Bühne eines besonderen Ereignisses. Die besten Köche aus Österreich, der Schweiz und Südtirol waren angereist, um gemeinsam den Hahnenkamm zu erwandern und sich beim Abstieg über die Streif zu überzeugen, dass das, was im Fernsehen so steil aussieht, in Wirklichkeit noch steiler ist.
 
Von Gault&Millau, Lohberger und einer Menge an örtlichen Helfern und Sponsoren organisiert, sollte dieser Montag, an dem viele Restaurants Ruhetag haben, neben der Erprobung der eigenen körperlichen Fitness vor allem diesen Zwecken dienen: Natur genießen, entspannen, miteinander reden, gut essen und trinken, Party machen. Was man halt im Sommer nicht nur in Kitzbühel gerne so tut. Der Tenor der Wanderer war eindeutig: Endlich einmal nicht arbeiten müssen, dafür ein paar schöne Stunden im Kreis von Kollegen verbringen.
 
Die 19-Punkte-Chefs Heinz Reitbauer, Silvio Nickol und Rudi Obauer waren für ein gemeinsames Foto mit Simon Taxacher angereist, der es aus dem Nachbarort Kirchberg am wenigsten weit hatte. Taxacher hatte allerdings noch ein bisschen mehr zu tun. Er stellte seine Küche und einen Teil seines Teams zwei Topchefs zur Verfügung, die extra aus Portugal eingeflogen waren: Dieter Koschina und Hans Neuner bereiteten auf der Alm Köstlichkeiten aus Makrelen und Lachs zu, die in der Höhenluft ganz besonders gut schmeckten.
 
Die insgesamt etwa 200 Wanderlustigen bewiesen nicht nur gute Kondition, sondern auch  Appetit und Vergnügen am Austausch und dem, was man neuerdings Netzwerken nennt. Dass Köche nicht nur Ausdauer am Herd, sondern auch beim Feiern haben, mag nicht ganz neu sein. Zur Einstimmung hatte es am Vorabend im Wirtshaus am Steuerberg gute Stimmung und köstlichen Schweinsbraten gegeben, den Ausklang fand der Wandermontag im Ramushof, als Partylocation nicht ganz unbekannt, wo die Bäuerinnen aus Kitzbühel köstliche Nidei, Krapfen, Sauerkraut mit Speck, Schwammerlgulasch, Kasnocken, Faschierte Kitzlaibchen und Moosbeernocken zubereiteten. Geschmeckt hat es allen.

Text: Alexander Rabl