Weinregionen in Italien


In Kampanien wächst der trockene, mineralische Greco di Tufo.


Italienischer Wein abseits von Toskana, Piemont und Friaul


Der Herbst ist nicht die schlechteste Zeit für einen Ausflug in Italiens Weinregionen. Hier finden Sie eine Liste für Weinreisende, die ihre Besuche in den weltberühmten Regionen des Chianti und des Barolo schon hinter sich haben. Folgende Weingegenden gehören in Italien zu den zu besuchenswerten Entdeckungen.



Norditalien



Rossese (Ligurien)

Der Rossese di Dolceacqua vom Fuß der ligurischen Alpen erinnert an leichte rote Burgunder, berstend vor Aromen nach Beeren und Kräutern, hat aber deutlich weniger Tannine, dafür mehr Salz und Mineralität. Besonders die Weine aus Rebstöcken von beträchtlichem Alter können sich zu überraschenden Qualitäten aufschwingen.


Karst (Julisch-Venetien)

Für Österreicher ist das Karst, der östlich an der slowenischen Grenze gelegene Teil des großen Weingebietes Friaul-Julisch-Venetien, nicht wirklich ein Unbekannter. Neben den körperreichen Roten aus der Terrano Traube, freut uns hier vor allem die Experimentierfreudigkeit vieler Winzer. Meischevergorene Weißweine aus dem Karst setzten hier vor Jahren einen Trend, der fast schon Mainstream geworden ist – Orange Wines.



Valtellina (Lombardei)

Wer auf der Suche nach entdeckenswerten Rotweinen ist, wird in dieser spektakulären Landschaft fündig. Hier kommt der Rosso di Valtellina her, daneben der Chiavennascas aus der Nebbiolo Traube und der Sforzato, der an Amarone erinnert. Weil sie so wenig bekannt sind, verwundert es nicht, dass diese oftmals delikaten Weine zu guten Preisen zu haben sind.


Teroldego Rotaliano (Trentino-Alto Adige)

Dieses Eck in der Nähe des nördlichen Trentino gehört zu den am wenigsten erforschten Weinregionen Italiens. Der rote Teroldego, der von hier kommt, ist ein seidiges Tanninwunder. Er strotzt vor roten und schwarzen Früchten und ist von tiefroter und dunkler Farbe.



Mittelitalien



Verdicchio de Matelica (Marken)

Der Verdicchio de Matelica aus den Marken wächst auf Hügeln, die einen Besuch schon alleine wegen der spektakulären Landschaft wert sind. Er strotzt vor Mineralität und weist im Gegensatz zu einem Verwandten, der in Küstengegenden wächst, eine erfrischende Säure auf, wachsen die Rebstöcke doch teilweise in beträchtlicher Seehöhe.

Cesanese del Piglio (Lazio)


Die Wein produzierende Region des Piglio gehört zu den neuen Hotspots unter den Weingegenden Italiens. Leichte Rotweine mit Punch kommen von der autochthonen Traubensorte Cesanese. Der Wein wird oft als preiswerter Tafelwein unterschätzt, ist dank einiger guter Produzenten wie Damiano Ciolli qualitätsmäßig auf dem Vormarsch. Der Ort selbst, Piglio, ist ein charmanter Platz.



Süditalien



Aglianico del Vulture (Basilicata)

Seit dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert gibt es hier Wein, doch gilt die Region immer noch ein wenig als Geheimtipp. Die Rotweine von hier gefallen in ihrer Tiefe, Strukturiertheit und Haltbarkeit, man nennt sie auch „Barolos“ des Südens.

Greco di Tufo (Campania)


Der in Österreich (wie die meisten anderen beschriebenen Weine) leider kaum erhältliche Greco di Tufo ist ein mit dem DOCG ausgezeichnetes Weingut in Kampanien, dessen Weißweine ihre Mineralität dem vulkanischen Gestein verdanken, auf dem die Rebstöcke wachsen. So ist der Greco di Tufo weniger fruchtig als andere Weißweine Italiens, aber vielleicht gerade deshalb der ideale Begleiter zu Meeresfrüchten, Fisch oder auch Pizza. In Avellino im Zentrum Kampaniens findet man die besten Grecos di Tufo. 


Text: Alexander Rabl