Weinverkostung am Pogusch



(c) Sabine Hoffmann


(c) Jürgen Fuchs


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10. Juli 2017


Nein, es gibt nichts Vergleichbares und es ist keine Übertreibung, wenn ich das Wörtchen „weltweit“ hinzufüge. Nirgendwo auf diesem Erdball finden derart viele Prominente, aber auch prominente Entscheidungsträger eines einzelnen Landes zusammen, wie während der Pogusch-Weinkost der „Kleine Zeitung“.


Politiker, nahezu quer durch alle Parteien, Klein-Künstler, große Mimen, Sportler, Musiker, Milliardäre, Legenden, Zukunftshoffnungen und andere verdiente Mitbürgerinnen und Mitbürger versammeln sich rund um die Familie Reitbauer in ihrem Gasthof, hoch oben, im Steirischen.


Damit ist auch schon das erste Mysterium dieser, so hochkarätigen Veranstaltung enttarnt. Man isst und trinkt auf hohem Niveau. Dies nicht nur zu angesagten Zeiten, die Essens-Ausgabe passiert unausgesetzt. Ständig werden einem wunderbare, kleine Speisen zugeführt, der letzte Schluck aus dem Weinglas setzt sofort eine Armada von hilfreichen Händen in Bewegung und innerhalb weniger Sekunden wird nachgeschenkt. 


So kann es durchaus vorkommen, dass auch die Herren in einzelnen Ausnahmefällen von einem Damenspitz befallen werden und es lustig zugeht. Die illuminierten Akteure sind sich ihrer Unschuld bewusst, sie haben zu Hause gelernt, das alles, was auf den Tisch kommt aufgegessen uns ausgetrunken wird und solchermaßen folgen sie auch auf dem Pogusch ihren ureigensten Instinkten.


Ein weitere Erfolgsgarant für dieses schöne Fest ist der Umstand, dass sich die Beobachtung durch die Presse auf äußert zuvorkommende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Kleine Zeitung“ beschränkt. So werden auch die anwesenden Weltstars sparsam abgelichtet, kein einziges Meuchelfoto vom Pogusch ist jemals an die Welt gedrungen.


Natürlich strahlt auch das angebotene Limousinen-Service einen eigenen Zauber aus, man wird von zu Hause abgeholt, später in jedem erdenklichen Zustand wieder dort abgesetzt und solchermaßen verbietet man sich die letzten Gläser, damit man noch in aller Frische Konversation mit den Fahrerinnen und Fahrern betreiben kann. Das war eine Lüge.


Für die gute Stimmung sorgt selbstverständlich auch die traditionelle Weinkost, die von den meisten mit Bierernst vollzogen wird. So kommen sich Menschen aus den unterschiedlichsten Lagern näher, vielleicht täuscht der Eindruck, aber die Spucknäpfe wurden nur vereinzelt ihrer Bestimmung zugeführt und man hatte immer wieder das Gefühl, dass sie sich irgendwie leer fühlten.


Ein Zustand, den die glücklichen Eingeladenen, mit einer einzigen Ausnahme, nicht kennen - dann nämlich, wenn sie plötzlich nicht mehr auf der Gästeliste stehen.